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werden wir die Neugierigen von unſrer Spur abbringen,
und ich kann Ihnen ſagen, daß es deren ſehr viele geben wird.
Mein Freund, der Marquis, ſagte der Offizier, wird das Alles übernehmen; ich kann Ihnen verſprechen, daß er Alles beſtens ausrichten wird, denn er brennt vor Begierde, Ihre Bekanntſchaft zu machen.
Ich erwarte Sie alſo morgen um ſieben Uhr. Sagen Sie Ihrem Freunde, es ſei weſentlich, daß man den Kut⸗ ſcher nicht kenne und nehmen Sie keinen Bedienten mit.
Als dies Alles abgemacht war, beſchloß ich, mich als Pierrot zu verkleiden. Es giebt keine Maske, welche beſſer verkleidet; denn abgeſehn davon, daß ſie alle Formen verbirgt, läßt ſie auch nicht einmal die Hautfarbe ſehn. Meine Leſer werden ſich erinnern, was mir in dieſer Maske zehn Jahre vor der jetzigen Epoche begegnet war. Ich beauftragte den Schneider, mir ein ganz neues Koſtüm zu beſorgen, welches ich zu den andern legte, und verſehn mit zwei ganz neuen Börſen, von denen eine jede fünfhundert Zechinen enthielt, ging ich am Sonntage vor ſieben Uhr zum Paſtetenbäcker. Ich fand den Tiſch gedeckt, und das Abendeſſen fertig. Ich ſchloß Zenobia in dem für die Damentoilette beſtimmten Zimmer ein und erwartete die fröhliche Bande, welche um ſieben Uhr fünf Minuten anlangte.
Der Marquis war höchſt erfreut, meine Bekanntſchaft zu machen, und ich empfing ihn, wie er es verdiente: er war ein vollkommener Kavalier, jung, ſchön, reich, ſehr ver⸗ liebt in die junge Couſine, welche er mit großer Achtung behandelte, Die Geliebte des Lieutenants war ein wahrer Schatz und wahnſinnig in ihren Geliebten verliebt.
Da Alle wußten, daß ich ihnen die Koſtüme erſt nach dem Abendeſſen zeigen wollte, ſo ſprach man nicht von ih⸗ nen, und wir ſetzten uns zu Tiſche. Das Abendeſſen war vortrefflich; ich hatte es nach meiner Weiſe, d. h. üppig und fein beſtellt. Als wir gut gegeſſen und getrunken hat⸗ ten, ſagte ich zu ihnen: Da ich nicht mit Ihnen gehn will, ſo muß ich Sie zunächſt mit der Rolle bekannt machen, die Sie
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