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fährigkeit nicht zu bereuen, denn die Kurfürſtin empfing mich gut und ließ mich viel ſprechen; ſie war neugierig wie alle müßigen Perſonen, die ſich nicht ſelbſt genügen, weil ſie weder in ihrem Geiſte, noch in ihrer Bildung hinlängliche Hülfsquellen finden.
Ich habe viele Dummheiten in meinem Leben gemacht, ich bekenne das mit ebenſoviel Unbefangenheit, wie Rouſſeau, und mit weniger Eigenliebe wie dieſer unglückliche große Mann; aber ich habe wenige ſo große und abgeſchmackte gemacht, wie die, nach München zu gehn, da ich doch hier nichts zu thun hatte. Aber ich war nun einmal in einer Kriſis; es war eine Epoche, wo mein Genius ſeit meiner Abreiſe von Turin oder eigenlich von Neapel crescendo von Dummheit zu Dummheit fortſchritt. Mein nächtliches Umherſtreifen, der Abend bei Limora, meine Verbindung mit Désarmoiſes, meine Partie nach Choiſy, mein Vertrauen zu Coſta, meine Verbindung mit der Renaud, und mehr als alles Andere der unglückliche Blödſinn, an einem Hofe, wo die Bankhalter im Rufe ſtanden, am beſten in ganz Europa das Glück verbeſſern zu können, mich im Pharao⸗ ſpiele ausziehen zu laſſen! Hier befand ſich unter Andern auch der niederträchtige Affliſto, der Aſſocié des Herogs von Zweibrücken, welchen dieſer Fürſt mit dem Namen ſeines Adjutanten ſchmückte und welcher allgemein als der geſchick⸗ teſte Gauner bekannt war.
Ich ſpielte täglich, und da ich oft auf Wort verlor, ſo bereitete die Nothwendigkeit, am folgenden Tage zu be⸗ zahlen, mir oft verzehrenden Kummer. Als ich meinen Kredit bei den Bankiers erſchöpft hatte, mußte ich mich zu den Juden wenden, welche auf Pfänder leihen, und Désar⸗ moiſes war mein Vermittler bei der Renaud, welche ſich
Ueberſiedlung ſeiner Gönnerin nach Italien zurückbehalten wollte. Ebenſowenig weiß dieſelbe anzugeben, was aus dem Schmucke ge⸗ worden. Agdolo wurde auf den Königsſtein gebracht, wo er 1800 ſtarb. Die Kürfürſtin Mutter blieb in München, obwohl ihre Ankunft
in Dresden von Zeit zu Zeit angeſagt wurde, ohne ſich je zu
verwirkklichen.


