Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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deſſen ich mich nicht entbinden könne, weil ſie mich kenne und ſchon nach mir gefragt habe. Ich hatte meine Will⸗

gen des Sept.! 1776 ſoll nun die Mutter dem Kurfürſten geſchrieben haben, er möge einen Vertrauten nach Mün⸗ chen ſchicken, um daſelbſt ihre aus Rom zurückerhaltenen Dia⸗ manten in Empfang zu nehmen. Jedenfalls ſchickte der Kur⸗ fürſt den Geheimenrath von Zehmen nach München, über deſſen Miſſion Folgendes berichtet wird: Kaum in München angelangt, habe Zehmen ſogleich der Kürfürſtin ſeine Aufwartung gemacht, welche ihn ſehr freundlich empfing und ſagte, er werde gewiß bald nach Dresden zurückwollen und möge ſich deshalb augen⸗ blicklich mit ihrem Secretair Hewald beſprechen. Sie klingelte und gab der Kammerfrau Befehl, Hewald ſogleich rufen zu laſſen. Dieſe machte eine lächelnde Miene und ſagte, um Antwort befragt, die Frau Kurfürſtin entſinne ſich wahrſcheinlich nicht, daß He⸗ wald ſeit einigen Tagen abweſend ſei. Nun ſagte die Kurfurſtin: Es iſt wahr, ich hatte ganz vergeſſen, daß er Urlaub genommen, da es aber ſo iſt, ſo müſſen Sie ſich in Hewalds Wohnung be⸗ geben und wenn er ſie verſchloſſen hat, die Thür aufbrechen laſſen. Herr von Zehmen vollzog augenblicklich dieſen Befehl, aber die Diamanten waren verſchwunden. Die Kurfürſtin brach hierauf in den heftigſten Zorn gegen Hewald aus, den ſie als den Räuber bezeichnete und gegen Agdolo, der ſicherlich in den Handel ver⸗ wickelt ſei. Zehmen möge auf der Stelle nach Dresden zurück⸗ eilen und den Kurfürſten bewegen, Agdolo arretiren zu laſſen und und ihr die bei ihm vorgefundenen Papiere überſenden, damit die Sache ins Klare komme. Als Zehmen nach Dresden zurück⸗ gekehrt war, wurde Agdolo auf ſeinen Befehl, ohne verhaftet zu werden, von der Sache unterrichtet und reichte darauf eine Rechtsfertigungsſchrift ein. Es wird verſichert, daß Zehmen ihm von der Uebergabe dieſer Schrift dringend abgerathen und ſich nur auf wiederholtes Bitten deſſelben bewegen ließ, die Schriſt dem Kurfürſten zu übergeben. Hierauf erfolgte der Befehl, Agdolo zu verhaften, ſich aller ſeiner Papiere zu bemächtigen und ſie verſiegelt dem Kürfürſten zu übergeben, ſobald Agdolo in ſichern Gewahrſam gebracht ſei. Die erwähnte Schrift muthmaßt, daß die Papiere beleidigenden Inhalts für den Kurfürſten geweſen, wagt es aber nicht zu entſcheiden, ob der Schmuck von He⸗ wald, den der Hauptgewährsmann der Mittheilungen für unbe⸗ theiligt hält, oder Agdolo, oder anderen Agenten der Kurfürſtin unterſchlagen worden, oder ob ihn Agdolo etwa für die projektirte