Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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tig.

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Beſuch zu machen. Mein Bruder, der ſich im Gefolge die⸗ ſer Fürſtin befand, forderte mich zu dieſem Beſuche auf,

gen ihren Erſtgebornen. Vorzüglich ſcheint die, unter myſteri⸗ oͤſen und Auſſehn., erregenden Umſtänden erfolgte Verhaftung des Oberſten Agdolo, der als das Werkzeug ihrer Machinationen galt, dazu Veranlaſſung gegeben zu haben. Nach den von Fr. Bulau herausgegebenenGeheimen Geſchichten und räthſelhaften Menſchen hätte aber das Zerwürfniß zwiſchen der Kurfürſtin und ihrem Sohne weniger in Gründen der höhern Politik ge⸗ wurzelt als die Sage annimmt, und dieſe wäre wie in vielen Neben⸗ umſtänden, ſo auch in den Hauptpunkten völlig irrig. Dieſen Mittheilungen zuſolge, die aus ſehr unterrichteter Quelle zu kommen behaupten, wäre die Veranlaſſung zu Agdolo's Verhaf⸗

tung folgende geweſen: Die verwittwete Kurfürſtin, Marie Antonie, hatte nach dem

Tode ihres Gemahls außer einem bedeutenden Kapitalwerthe in Diamanten, die baare Summe von 500,000 Thalern erhalten und bezog ein jährliches Witthum von anfangs 60,000, ſeit 1769 aber 130,000 Thalern. Sie war eine kunſt⸗ und prachtliebende Dame von immer offener Hand. Während der Regiernng ihres Gemahls, und während der Adminiſtration hatte ſie vielen Antheil an Regierungsgeſchäften genommen. Da aber ihr Sohn keinen weiblichen Einfluß geſtattete, ſo gefiel es ihr nicht mehr in Dresden und ſie wünſchte in Italien ihren Aufenthalt zu nehmen. Aber durch ihre Prachtliebe ſo wie durch unglückliche Spekula⸗ tionen, die ſie zur Vermehrung ihres Einkommens unternom⸗ men, brachte ſie es dahin, daß nicht blos das Kapital von 500,000 aufgezehrt ward, ſondern auch die Diamanten in Genua verſetzt wurden. Auf einer Reiſe nach Italien 1775 löſte ſie zwar den Schmuck wieder ein, aber nur, um ihn von Neuem in Rom zu verſetzen. Die von ihren Gläubigern immer mehr be⸗ drängte Fürſtin mußte ſich endlich an ihren Sohn wegen Ueber⸗

nahme ihrer Schulden wenden. Allein dies Geſuch wurde mit Entſchiedenheit abgeſchlagen, und Agdolo gab nun den Rath, dem Kurfürſten ſowohl eine Abtretung des Schmuckes, als auch die Abtretung ihrer Anſprüche an den Allodialnachlaß des kurbairiſchen Hauſes als Aequivalent anzubieten. Agdolo war dafür ſehr thä⸗ Er brachte es dahin, daß der Kurfürſt, nachdem ſ eine Mutter ihm ihre Anſprüche an jenen Nachlaß abgetreten, ſich dazu verſtand, zunächſt 800,000 Thaler für Auslöſung des Schmucks und zur Tilgung ſonſtiger Schulden herzugeben. In den erſten Ta⸗