und wußte mich zu bereden, ſie zu begleiten. Wir miethe⸗ ten uns im Gaſthof zum Hirſch ein, wo wir ganz gut auf⸗ gehoben waren; Désarmoiſes ſuchte ſich anderwärts eine Wohnung. Da meine Geſchäfte mit meiner Begleiterin nichts gemein hatten, ſo gab ich ihr einen Wagen und einen eigenen Lohnbedienten und nahm ebenfalls einen für mich.
Der Abbé Gama hatte mir einen Brief vom Com⸗ mandeur Almada für Lord Stormon, engliſchen Miniſter am bairiſchen Hofe, gegeben. Da dieſer Edelmann in Mün⸗ chen war, ſo beeilte ich mich, meinen Auftrag auszurichten. Er empfing mich ſehr gut und verſicherte mir, daß er zu ſeiner Zeit Alles, was von ihm abhänge, thun werde, da Lord Halifax ihn von der Sache in Kenntniß geſetzt. Als ich Se. britiſche Herrlichkeit verlaſſen, machte ich Herrn Fo⸗ lard, dem franzöſiſchen Miniſter, meine Aufwartung und überreichte ihm den Brief, den ich mir von Herrn Choiſeul durch Frau von Urfé verſchafft hatte. Herr von Folard nahm mich ſehr gut auf, lud mich für den nächſten Tag zum Mittagseſſen und ſtellte mich am folgenden Tage dem Kurfürſten vor.
Während der vier traurigen Wochen, die ich in Mun⸗ chen verlebte, beſuchte ich nur das Haus dieſes Miniſters. Ich nenne dieſe vier Wochen mit gutem Grunde traurig, denn während dieſer Zeit verlor ich all mein Geld, verſetzte für mehr als vierzigtauſend Frs. Koſtbarkeiten, welche ich nie wieder ausgelöſt habe und verlor meine Geſundheit. Meine Mörder waren dieſe Renaud und dieſer Désarmoi⸗ ſes, welcher mir ſo viel verdankte und mich ſo ſchlecht be⸗ lohnte.
Den dritten Tag nach meiner Ankunft in München hatte ich der verwitweten Kurfürſtin von Sachſen*) einen
*) Lange Zeit hat dieſe, hauptſächlich auf Anregung von
Mirabeau in ſeinem Werke über die preußiſche Monarchie, in dem
Rufe geſtanden, die feindſeligſten Geſinnungen gegen ihren Sohn genaͤhrt und ſogar ſeine Entthronung betrieben zu ha⸗ ben. Auch Barthold erwähnt einer haſſenswürdigen Intrigue ge⸗ XII. 11
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