Spaß zu machen, ſeinem Freunde den Ring in die Taſche geſteckt, werde ihn mir aber in Paris wiedergeben.
Das iſt ein Märchen, erwiderte ich, Ihr Freund be⸗ hauptet geſehen zu haben, wie Sie ihn mir in die Taſche geſteckt, und Sie haben ihn abfahren laſſen. Halten Sie mich für ſo unerfahren, daß ich mich durch einen derartigen Spaß anführen laſſen ſollte. Dies ſagend ſtrecke ich die Hand aus, um ihn an ſeiner Uhrkette zu faſſen; er aber tritt zurück und zieht den Degen. Ich ziehe ihn ebenfalls, und kaum habe ich mich ausgelegt, ſo führt er gegen mich
einen Stoß, welchen ich parire, und auf ihn einſtürzend ſtoße
ich ihn durch und durch. Er fällt und ſchreit nach Hülfe. Ich ſtecke den Degen wieder ein, und ohne mich nicht weiter um ihn zu kümmern, begab ich mich nach meinem Fiaker und fuhr nach Paris.
Ich ſtieg auf dem Platze Manbert aus und begab mich zu Fuß und auf einem Umwege nach meinem Gaſthofe. Ich war ſicher, daß mich Niemand in meiner Wohnung ſuchen würde, denn mein Wirth wußte nicht einmal mei⸗ nen Namen.
Ich brauchte den Reſt des Tages zum Packen meiner Sachen und nachdem ich Coſta befohlen, ſie auf meinen Wagen zu bringen, ging ich zu Frau von Urfé, welche ich von meinem Abenteuer in Kenntniß ſetzte, und bat, wenn die Sachen, die ſie mir geben wolle, bereit wären, ſie Coſta zu übergeben, der mich in Augsburg treffen würde. Ich hätte ſie bitten ſollen, mir die Sachen durch einen ihrer Bedienten zu ſchicken, aber mein guter Genius hatte mich an dieſem Tage verlaſſen. Auch glaubte ich nicht, daß Coſta ein Dieb ſei.
Als ich in das Hotel zum heiligen Geiſte zurückge⸗ kehrt war, gab ich dem Schurken meine Inſtruktion, bat ihn ſich zu beeilen und verſchwiegen zu ſein und gab ihm das zur Reiſe nöthige Geld.
In meinem mit vier Miethspferden beſpannten Wagen, welcher mich zur zweiten Station brachte, verließ ich Paris und hielt erſt in Straßburg an, wo ich Desarmoiſes und meinen Spanier fand.


