Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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Das iſt wahr; aber er ſpeiſt alle Tage zu Abend bei ihr.

Das iſt eine merkwürdige Haushaltung.

Eine ſehr gute, ich verſichere es Ihnen. Blondel will ſeine Frau nur als Liebhaber beſitzen. Wie er ſagt, wird dadurch die Liebe erhalten, und da er nie eine Geliebte ge⸗ habt, welche ſeine Frau zu ſein verdient hätte, ſo iſt er froh, daß er eine Frau gefunden, welche ſeine Geliebte zu ſein verdient.

Den ganzen folgenden Tag widmete ich Frau von Ru⸗ main und wir beſchäftigten uns bis zum Abend mit ſehr ſchwierigen Fragen. Ich verließ ſie ſehr zufrieden. Die Verheirathung mit Fräulein Cotenfau, ihrer Tochter, mit Herrn von Polignac, welche fünf oder ſechs Jahre ſpäter erfolgte, war die Folge unſerer kabbaliſtiſchen Berech⸗ nungen.

Die ſchöne Strumpfhändlerfrau aus der rue des Prou- vaires, welche ich ſo ſehr geliebt, war nicht mehr in Paris; ein gewiſſer Herr von Langlade hatte ſie entführt und ihr Mann war im Elende. Camilla war krank, Caralline war Marquiſe und anerkannte Maitreſſe des Grafen von la Marche, Sohnes des Prinzen von Conti, geworden, wel⸗ chem ſie einen Sohn ſchenkte, der, als ich ihn zwanzig Jahre ſpäter kennen lernte, das Malteſerkreuz trug und den Namen eines Ritters von Montréal führte. Mehrere

andere junge Perſonen, welche ich gekannt hatte, waren in die Provinzen gegangen, wo ſie als Witwen figurirten oder waren unzugänglich geworden.

So war Paris zu meiner Zeit. Die Mädchen, In⸗ triguen, Principien wechſelten eben ſo ſchnell wie die Mode. Meinem alten Freunde Baletti, der das Theater ver⸗

laſſen, nachdem er ſeinen Vater verloren und eine Figu-

rantin geheirathet, widmete ich einen ganzen Tag. Er ar⸗ beitete in Meliſſenkraut und hoffte den Stein der Weiſen zu finden.

Zu meiner angenehmen Ueberraſchung fand ich im Foyer den Comédie-Française den Dichter Poinſinet, der mich wiederholentlich umarmte und mir dann erzählte, Herr du