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Madame d'Urfé becomplimentirte mich ſodann wegen des reizenden Mädchens, welches ich von Grenoble herge⸗ ſchickt. Valenglard hatte ihr Alles geſchrieben. Der König, ſagte ſie, betet ſie an, und ſie wird ihn bald zum Vater machen.
Sie wird mit einem Sohne niederkommen, durch wel⸗ chen Frankreich glücklich werden wird, und nach dreißig Jahren werden Sie wunderbare Sachen ſehen, die ich Ihnen leider nicht vor Ihrer Umwandlung mittheilen darf. Haben Sie mit ihr von mir geſprochen?
Das nicht; aber ich bin ſicher, daß Sie Mittel finden werden, ſie zu ſprechen, wäre es auch nur durch Madame Vareier.
Sie täuſchte ſich nicht; aber der Zufall führte Folgendes herbei, um die Narrheit dieſer ausgezeichneten Frau noch zu ſteigern.
Gegen vier Uhr ſprechen wir von meinen Reiſen und Plänen, als ſie Luſt bekam, das Bois de Boulogne zu be⸗ ſuchen. Sie bat mich, ſie zu begleiten, und ich kam ihrem Wunſche nach. In der Umgegend von Madrid ſtiegen wir aus; nachdem wir in das Gehölz eingetreten, ſetzten wir uns am Fuße eines Baumes nieder. Heute, ſagte ſie, ſind es achtzehn Jahre, ſeitdem ich an der Stelle, wo wir jetzt ſind, allein eingeſchlafen war. Während meines Schlafes ſtieg der göttliche Horosmadis von der Sonne herunter und leiſtete mir bis zu meinem Erwachen Geſellſchaft. Als ich die Augen aufmachte, ſah ich, wie er mich wieder verließ und zum Himmel aufſtieg. Er ließ mich ſchwanger mit einer Tochter zurück, welche er mir vor zehn Jahren ent⸗ riſſen hat, wahrſcheinlich um mich zu ſtrafen, daß ich mich ſo weit vergeſſen, nach ihm noch einen Sterblichen zu lieben.
Meine göttliche Iriaſis glich ihm.
Sie wiſſen gewiß, daß Herr von Urfé nicht ihr Va⸗ ter war?
Herr von Urfé hat mich nicht mehr erkannt, ſeitdem er mich an der Seite der göttlichen Anael hat ſchla⸗
ffen ſehn.
Das iſt der Genius der Venus. Schielte er?


