Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

AN Au ꝗN

— 9 9 ½— n 2 d(v. v+ε& 8³ OOↄ2—„

W—6 a—4— U— 2

*

133

Da ich die Penſtonairin aus M. Mis. Erzählungen kannte, ſom wußte ich wohl, woher die Röthe entſtand, die ihren jungen Reizen ſo vortheilhaft war.

So thuend, als ob ich nichts gemerkt, unterhielt ich M. M. einen Augenblick; ſodann erneuerte ich den Angriff. Sie hatte ihre Faſſung ſchon wiedergewonnen. Wie alt ſind Sie, mein ſchönes Kind?

Ich bin dreizehn Jahre alt.

Du täuſcheſt Dich, mein Herz, ſagte ihre Freundin, Du haſt Dein zwölftes Jahr noch nicht vollendet.

Die Zeit wird kommen, fügte ich hinzu, wo Sie ſich für jünger, ſtatt für älter ausgeben werden.

Ich werde nie lügen, mein Herr, davon bin ich überzeugt.

Sie wollen alſo Nonne werden, ſchöne Freundin?

Ich fühle den Beruf noch nicht; aber nichts ſoll mich nöthigen zu lügen, ſelbſt wenn ich in der Welt leben müßte.

Sie irren ſich, denn Sie werden lügen, ſobald Sie einen Liebhaber haben.

Mein Liebhaber wird alſo auch lügen?

Sicher. G

Wenn es ſich ſo verhielte, wäre die Liebe ſehr häßlich; aber ich glaube es nicht, denn ich liebe meine Freundin und verhehle ihr nie die Wahrheit.

Sie werden aber einen Mann nicht ſo lieben, wie Sie eine Frau lieben..

Ganz ebenſo.

Nein, denn Sie ſchlafen nicht bei ihr und würden bei Ihrem Manne ſchlafen.—

Das iſt gleich; meine Liebe würde dieſelbe ſein. Wie! Sie würden nicht lieber bei mir, als bei M. M. ſchlafene?

Nein, denn Sie ſind ein Mann und würden mich ſehn. Sie wollen nicht, daß ein Mann Sie ſehe?

Nein.

Sie wiſſen alſo, daß Sie häßlich ſind?— Bei dieſen Worten wendete ſie ſich mit unverhohlenem

—

—