Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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Abendeſſen faſt gar nicht an; aber meine Tiſchgenoſſin, die nur wenig zu Mittag geſpeiſt hatte, aß und trank mit ver⸗ zehrendem Appetite. Ich betrachtete ſie mit einer Art Be⸗ wunderung und ſie freute ſich meines Staunens.

Als meine Bedienten mich verlaſſen, forderte ich die Schöne auf, mir bei einer Bowle Punſch Stand zu hal⸗ ten, und dieſe verſetzte ſie in eine Stimmung, wo man nur

das noch lacht und lacht, weil man ſich aller Kraft und des

Gebrauchs der Vernunft beraubt ſieht. Ich konnte mir in⸗ un⸗ deß nicht den Vorwurf machen, daß ich ihre Trunkenheit ßer mißbraucht, denn vermöge ihrer wollüſtigen Natur kam ſie

allen Genüſſen entgegen, zu denen ich ſte bis zwei Uhr

Morgens anregte. Wir waren erſchöpft, als wir uns uß trennten.

Ich ſchlief bis elf Uhr; und als ich ihr einen guten

Tag wünſchte, fand ich ſie munter nnd friſch wie eine Roſe.

ver⸗ Ich fragte ſie, wie ſte den Reſt der Nacht verbracht. Wie den Anfang, ſagte ſte; vortrefflich.

enn 1 Zu welcher Zeit wollen Sie zu Mittag ſpeiſen?

nei⸗ Ich werde nicht zu Mittaß ſpeiſen; ich will lieber mei⸗

ein. nen ganzen Appetit für das Abendeſſen aufſparen. Ihr

Liebhaber, der ſich in die Unterhaltung miſchte, ſagte mit

irde ſchwacher Stimme, aber mit höflichem und ruhigem Tone:

aber Es iſt unmöglich, ihr Stand zu halten.

HGott Beim Eſſen und beim Trinken? fragte ich.

mit Beim Eſſen, beim Trinken und bei noch etwas Ande⸗

rde, vem, antwortete er lächelnd. Sie lachte und umarmte ihn

gen. zärtlich.

nne Dieſer kurze Dialog überzeugte mich, daß die Désar⸗

Zar⸗ moiſes ihren Liebhaber anbeten müſſe, denn abgeſehen da⸗

von, daß er ein ſehr hübſcher Junge war, paßte er auch

bers offenbar ſehr gut für ſie. Ich ſpeiſte allein zu Mittag.

gte, Während des Deſſerts erſchien Le Duc. Wieer mir mel⸗

den dete, hatten ihn die Töchter des Hauswarts und die hübſche

kann Couſine genöthigt, ſeine Abreiſe zu verzögern, weil ſie mir

be⸗ ſchreiben wollten, und er brachte mir von ihnen drei Briefe und drei Dutzend Handſchuhe, welche ſie mir ſchenkten.

das Ihre Briefe enthielten nur die dringende Bitte,“einen Monat

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