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Leidet Dein Gewiſſen nicht dabei?
Ich mache mir deshalb keine Sorge.
Aber Du weißt doch, daß Du ſündigſt?
Auch beichte ich.
Und was ſagt der Beichtvater?
Nichts. Er abſoloirt mich, und ich bin glücklich.
Und beichtet auch die hübſche Penſionärin?
Sicherlich; aber ſie ſagt dem Beichtvater nicht, was ſie für keine Sünde hält.
Ich wundere mich, daß der Beichtvater ſie nicht un⸗ terrichtet, denn ein ſolcher Unterricht iſt ein großer Genuß.
Unſer Beichtvater iſt ein weiſer Greis.
Ich ſoll alſo reiſen, ohne von Dir auch nur einen Kuß pekommen zu haben?
Nichts..
Darf ich morgen wiederkommen? Ich reiſe über⸗ morgen.
Komme; aber ich werde nicht allein erſcheinen, denn man könnte Vermuthungen anſtellen. Ich werde mit mei⸗ ner Kleinen kommen. Dadurch retten wir den Schein. Komm nach Tiſch, aber ins andere Sprechzimmer.
Hätte ich M. M. nicht in Aix kennen gelernt, ſo würde ihre Religion mich in Verwunderung geſetzt haben; aber ihr Charakter war nun einmal ſo. Sie glaubte an Gott und glaubte nicht, daß dieſer gute Vater, welcher uns mit Leidenſchaften geſchaffen, ihr ſeine Nachſicht entziehen würde, weil ſie nicht die Kraft hatte, ihre Natur zu bändigen. Ich ging in meinen Gaſthof, ärgerlich, daß die ſchöne Nonne mich nicht mehr mochte, aber überzeugt, daß die Désar⸗ moiſes mich entſchädigen würde.
Ich fand die Schöne auf dem Bette ihres Liebhabers ſitzend, den das Fieber ſehr geſchwächt hatte. Sie ſagte, ſte wolle auf meinem Zimmer zu Abend ſpeiſen, um den Kranken in Ruhe zu laſſen, und der gute junge Mann drückte mir die Hand, wie um mir ſeinen Dank zu be⸗ zeigen. 36 ge Da ich bei Magnan reichlich gegeſſen, ſo rührte ich das


