Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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129 8 Madame Morin als genueſer Chocolade annahm. Um acht Uhr reiſte ſie ab, und Le Duc ritt als Courrier vorauf und erhielt den Auftrag, der Freundin des Hauswarts meine Komplimente zu machen.

Ich fand bei dem wollüſtigen Magnan ein Mittags⸗ eſſen, welches eines Lucullus würdig war und verſprach ihm ſo oft ich durch Chambéry kommen würde, bei ihm zu woh⸗ nen: ich hielt ihm Wort.

Als ich dieſen Gaſtronom verließ, ſtattete ich M. M. einen Beſuch ab, welche allein ans Gitter kam. Nachdem ſie mir für den glänzenden Beſuch, den ich ihr unter den Auſpizien ihrer Tante abgeſtattet, ihren Dank geſagt, äußerte ſie, ich ſei gekommen, um ihre Ruhe zu ſtören.

Ich bin bereit, mein Herz, leichtfüßiger als der ver⸗ hängnißvolle Bucklige über die Mauern Deines Gartens zu ſpringen.

Das iſt leider nicht möglich, denn, glaube mir, man iſt die ſchon auf die Spur. Man iſt überzeugt, daß wir uns in Aix gekannt haben. Vergeſſen wir Alles, theurer Freund, und erſparen wir uns die Qual eitler Wünſche.

Gieb mir Deine Hand.

Nein, es iſt zu Ende. Ich liebe Dich noch, werde Dich wahrſcheinlich immer lieben, wünſche aber, daß Du bald abreiſeſt und durch Deine Abreiſe wirſt Du mir einen Beweis Deiner Liebe geben.

Das iſt ſchrecklich! Du ſetzeſt mich in Erſtaunen. Du ſcheinſt ganz geſund, Du kommſt mir ſchöner vor, ich weiß, daß Du für den Kultus des liebenswürdigſten der Götter gemacht biſt, und ich begreife nicht, wie Du bei Deinem Tempe⸗ ramente mit dem Zuſtand völliger Enthaltſamkeit zufrieden ſein kannſt.

In Ermangelung der Wirklichkeit müſſen wir uns leider mit Spielereien begnügen. Ich will Dir nicht ver⸗ hehlen, daß ich meine junge Penſionärin liebe. Sie iſt ein wahrer Engel und erhält mich ruhig. Das iſt eine un⸗ ſchuldige Leidenſchaft. Ihre Liebkoſungen dämpfen ein Feuer, welches mich vernichten würde, wenn ich ſeine Gluth nicht durch Spielereien milderte.

XII. 9

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