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nach Augsburg gehn und in drei oder vier Wochen die Reiſe antreten.
Madame R. machte mir die größten Complimente, denn ſie war erfreut, daß ich den Vicar gedemüthigt; indeß hielten wir es doch für angemeſſen, unſre Soupers mit ih⸗ ren Mädchen einzuſtellen. Da ich alle gekoſtet hatte, ſo wurde mir dies Opfer nicht gerade ſehr ſchwer.
So lebte ich bis zur Mitte des Mai, zu welcher Zeit ich Turin verließ, nachdem ich vom Abbé Gama ein Em⸗ pfehlungsſchreiben für Lord Storman bekommen, der als Be⸗ vollmächtigter des Königs von England nach Augsburg gehn ſollte. Mit dieſem edlen Inſulaner ſollte ich mich wegen meiner Miſſion bereden.
Da ich Madame d'urfé zu ſprechen wünſchte, ehe ich mich nach Deutſchland begab, ſo ſchrieb ich ihr, ſie möge mir nach Lyon einen Brief für Herrn von Rochebaron ſchicken, da ich deſſelben benöthigt ſein könnte. Ich bat ſie auch um einen Brief für Herrn Raiberti in Chambéry, wo ich drei oder vier Tage bleiben wollte, um am Gitter des Kloſters die göttliche M. M. zu beſuchen, an welche ich noch immer mit lebhafter Zärtlichkeit dachte. Ich ſchrieb an meinen Freund Valenglard, und bat ihn, Madame Mo⸗ rin daran zu erinnern, daß ſie verſprochen, mir in Cham⸗ béry eine Aehnlichkeit zu zeigen.
Nun trat aber ein Ereigniß ein, welches ich nicht un⸗ berührt laſſen kann, und welches mir ſehr nachtheilig wurde.
Fünf oder ſechs Tage vor meiner Abreiſe zeigte mir Desarmoiſes mit trauriger und niedergeſchlagener Miene an, daß er den Befehl erhalten, Turin binnen vierundzwan⸗ zig Stunden zu verlaſſen.
Wiſſen Sie weshalb? fragte ich.
Geſtern im Café de Commerce erlaubte ſich der Graf Scarnafiſch zu ſagen, Frankreich beſolde den Berner Zei⸗ tungsſchreiber, damit er im franzöſiſchen Sinne ſchreibe. Ich ſagte, das ſei falſch; er wurde heftig, ging zornig aus dem Kabinet und warf mir einen Blick zu, der nicht zwei⸗ deutig war. Ich folgte ihm, um ihn zur Vernunft zu
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