111
Achtundachtzigſtes Kapitel.
Mein Sieg über den Virar und Polizei-Director.—
Meine Abreiſe.— Chambéry.— Desarmoiſe’s Toch⸗ ter.— Herr Morin,— M. M. von Air.— Die
Penſionairin.— Jyon.— Paris.
Die Citation, welche mich nichts Angenehmes ahnen ließ, überraſchte und mißfiel mir ſehr; da ich ihr indeß nicht ausweichen konnte, ließ ich anſpannen und begab mich nach dem Bureau des Vicars und Polizei⸗Direktors. Ich fand ihn an einem großen Tiſche ſitzend und umgeben von etwa zwanzig ſtehenden Perſonen. Es war ein Mann von etwa ſechszig Jahren, außerordentlich häßlich, mit einer un⸗ geheuren Naſe, die halb von einem Geſchwüre zernagt war, welches ein großes Pflaſter von ſchwarzer Seide bedeckte, mit weitklaffendem Munde, dicken Lippen und weißen, außeror⸗ dentlich kleinen Katzenaugen, welche von ſehr dichten halb⸗ grauen Brauen überwölbt waren. Als dieſe ekelhafte
Perſon mich erblickte, ſagte er: Sie ſind der Ritter von
Seingalt?
So heiße ich, und ich komme, um mich zu erkundigen,
was zu Ihren Dienſten ſteht. 4
Ich habe Sie kommen laſſen, um Ihnen zu ſagen, daß Sie in ſpäteſtens drei Tagen abreiſen müſſen.
Und da Sie nicht das Recht haben, mir einen ſolchen Befehl zu geben, ſo bin ich gekommen, Ihnen zu ſagen, daß ich nicht eher abreiſen werde, als bis es mir belieben wird.
Ich werde Sie mit Gewalt zum Thore hinausbringen laſſen.
Gut. Ich kann der Gewalt nicht wiederſtehn, aber ich hoffe, daß Sie ſich die Sache zweimal überlegen werden, denn einen Mann, der nicht gegen die Geſetze verſtößt und hunderttauſend Francs bei einem Bankier hat, weiſt man nicht aus einer civiliſirten Stadt aus. 4
Das iſt ganz gut; aber in drei Tagen haben Sie Zeit
.——————


