Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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gehen wieder in den Laden, und nachdem ich mich hier

neben das Komptoir geſetzt, lobe ich die Schönheit der

jungen Perſonen und ſetze hinzu, daß ich ſie ihren Arbei⸗ terinnen vorgezogen haben würde, was indeß nicht wahr war. Sie dankte mir und bemerkte ohne alle Umſchweife, ſie habe einen Liebhaber und nannte ihn mir auch. Es war der Graf von St. Giles, ein ſehr ſchwächlicher und zur Galanterie wenig geeigneter Mann. Ich glaubte an⸗ fangs, Madame R. ſcherze, aber am folgenden Tage erfuhr ich, daß ſie die Wahrheit geſagt. Jeder nach ſeinem Ge⸗ ſchmacke, und ich glaube, daß dieſe Frau, welche wohl noch im Stande war, eine Laune zu erregen, es mehr auf die Börſe als auf die Perſon ihres Graubarts abgeſehen hatte. Ich hatte denſelben im Café du Change kennen gelernt.

Am folgenden Tage brachten mir die beiden hübſchen Soubretten die Sachen. Ich bot ihnen Chokolade an, konnte ſie aber nicht dazu bewegen. Ich kam auf den Ein⸗ fall, ſie zu Lia, mit den von ihr ausgewählten Sachen zu ſchicken, und bat ſie wiederzukommen und mir zu ſagen, wie mein Geſchenk aufgenommen worden. Sie erboten ſich dazu und warteten, bis ich ein Billet geſchrieben. Ich konnte ihnen keine Zeichen meiner Zärtlichkeit geben, denn ich hatte nicht gewagt, die Thür zu verſchließen und ſowohl die Wirthin wie ihre beiden häßlichen Töchter gingen unab⸗ läſſig hin und her; als ſie aber zurückkamen, ging ich ihnen bis zur Treppe entgegen, und nachdem ich jeder eine Zechine gegeben, ſagte ich zu ihnen, es ſtehe ganz in ihrer Macht, ſich meines Herzens zu bemächtigen. Lia hatte mein Ge⸗ ſchenk angenommen und ließ mir ſagen, ſie erwarte mich.

Nachmittags ging ich zwecklos ſpatzieren und kam bei dem Modeladen vorüber; Madame R., welche mich ſah, lud mich ein, einzutreten und ließ mich neben ſich ſitzen. Mein Herr, ſagte ſie, ich danke Ihnen für Ihre Großmuth gegen meine Mädchen. Sie ſind ganz bezaubert von Ihnen zurück⸗ gekommen. Sagen Sie mir offen, ob Sie in die ſchöne Füdin verliebt ſind.—

Ich bin ſehr in ſie verliebt; da ich aber nicht glücklich bin, habe ich die Sache aufgegeben.

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