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dem Tone verbindlichen Vorwurfs, ſie habe mich für krank gehalten. Ich war ſehr beſchäftigt, ſagte ich, und fühlte, wie meine Flamme wieder erwachte. Ich werde, fuhr ich fort, das Vergnügen haben, Sie morgen zu ſehn. Sie lud mich zu einer jüdiſchen Hochzeit ein, wo ich zahlreiche Ge⸗ ſellſchaft und mehrere hübſche junge Damen finden würde. Ich wußte, daß dergleichen Ceremonien ſehr beluſtigend ſind und verſprach ihr, mich einzufinden. Nachdem ſie lange gehan⸗ delt und Alles zu theuer gefunden, ging ſie weg. Madame R. wollte die Sachen wieder an ihre Stelle bringen, als ich zu ihr ſagte: Ich nehme Alles für meine Rechnung. Sie lächelte, und ich zog die Börſe und zahlte. Wo wohnen Sie, mein Herr, ſagte ſie, und zu welcher Zeit ſoll ich Ihnen die Sachen zuſchicken?
Sie könnten mir die Ehre erweiſen, ſie mir morgen früh ſelbſt zu bringen und bei mir zu frühſtücken.
Ich kann mich keinen Augenblick aus dem Geſchäfte entfernen.
Madame R. war trotz ihrer fünfunddreißig Jahre noch ein appetitlicher Biſſen, und hatte mir Luſt gemacht. Ich möchte, ſagte ich, ſchwarze Blonden.
Folgen Sie mir, mein Herr.
Ich war entzückt, als ich im Saale eine Menge junge, ſämmtlich reizende, Arbeiterinnen erblickte, welche ſehr fleißig arbeiteten und mich kaum anzuſehen wagten. Madame R. öffnete mehrere Schränke und zeigte mir prächtige Blonden. Da mich der Anblick der Nymphen zerſtreute, ſo ſagte ich zu ihr, ich brauche Blonden für zwei Bäuten nach venetia⸗ niſcher Mode. Sie kannte dieſelben. Zu meiner Zeit waren dieſelben in Venedig ein Gegenſtand des höchſten Lurus. Die Blonden koſteten mir mehr als hundert Zechi⸗ nen. Madame R. nannte nun zwei der jungen Mädchen und befahl ihnen, die Blonden ſowie die Sachen, welche Lia gewählt, aber zu theuer befunden, mir am nächſten Tage zu bringen. Ein Ja, Madame, war die Antwort.
Sie ſtanden auf und küßten ihrer Mama die Hand, eine Ceremonie, welche ich komiſch fand, welche mir aber Gelegenheit gab, ſie anzuſehn; ich fand ſie reizend. Wir
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