Rom ſo heiß geliebt, und mit welcher ich in Tivoli ſo ſüße Augenblicke verlebt, nicht vergaß. Ich ſehnte mich, ſie wiederzuſehn, und ich fühlte einen ſuͤßen Schauer, wenn ich daran dachte, welches Vergnügen uns die Rückerinnerung an eine zu früh entſchwundene und mir unvergeßliche Zeit machen würde. Aber Caſtelli war ſeit langer Zeit todt, und ſeine Wittwe lebte zwanzig Meilen von Neapel. Ich gelobte mir, nicht abzureiſen, ohne ſte umarmt zu haben. Von Carles Caraffa wußte ich, daß er noch lebe und im Palaſte Matalone wohne.
Ermüdet von meinen Ausflügen kam ich nach Hauſe; nachdem ich ſodann gut zu Mittag gegeſſen, machte ich Toilette, ſtieg in einen Miethswagen und fuhr nach dem Palaſte Matalone, wo man mir ſagte, daß der Herzog bei Tiſche ſei. Gleichviel, ich laſſe mich melden, und der Her⸗ zog, der mir entgegen kam, erwies mir die Ehre, mich zu dutzen, indem er mich umarmte; ſodann ſtellte er mich ſeiner Gemahlin vor, einer Tochter des Herzogs von Bovino, und der zahlreichen Geſellſchaft, welche bei ihm ſpeiſte. Ich ſagte zu ihm, ich ſei nur, um ihm den in Paris ver⸗ ſprochenen Beſuch zu machen, nach Neapel gekommen. In dieſem Falle, mein Freund, ſagte er, iſt es billig, daß Du bei mir wohnſt und ohne meine Antwort abzuwarten, ſagte er: Schnell begebe man ſich nach dem Gaſthofe, wo Herr Caſanova abgeſtiegen iſt und laſſe ſein ganzes Gepäck hieher⸗ ſchaffen. Wenn er einen eignen Wagen hat, bringe man ihn in meine Remiſen. Ich war damit einverſtanden.
Ein ſchöner Mann unter den Gäſten ſagte, als er mei⸗ nen Namen nennen hörte, mit munterem Tone: Wenn Du meinen Namen führſt, kannſt Du nur ein Baſtard meines Vaters ſein.
Nicht Deines Vaters, verſetzte ich augenblicklich, ſon⸗ dern Deiner Mutter.
Die Geſellſchaft lachte laut und klatſchte Beifall zu meiner Antwort; und der Zwiſchenredner, weit entfernt ſich beleidigt zu fühlen, ſtand auf und umarmte mich. Man erklärte mir die Zweideutigkeit. Anſtatt Caſanova hatte
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