Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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Der ehrliche Beichtvater nahm die hundert Zechinen, welche ich ihm gab, ſtellte mir eine Quittung aus und

ſagte, indem ich mich Mariuccia's annähme, mache ich eine unſchuldige und reine Taube glücklich, denn dieſelbe beichte f

ſeit fuͤnf Jahren bei ihm, und oft befehle er ihr ohne Beichte zum Abendmahl zu gehn, weil er ſie hinlänglich kenne, um die Ueberzeugung zu haben, daß ſie nicht im Stande ſei, eine Todſüͤnde zu begehn. Ihre Mutter, fügte er hinzu, iſt eine Heilige, und es wird nicht ſchwer halten, die Heirath zu Stande zu bringen, ſobald ich mich nach dem Alter des jungen Bewerbers erkundigt haben werde. Uebrigens ſoll nie Jemand erfahren, welchen Grund Ihre Großmuth hat.

Nachdem ich dieſe Sache zu Stande gebracht, ſpeiſte ich beim Ritter Mengs und verpflichtete mich ſehr gern, an dieſem Abend mit der ganzen Familie ins Theater Aliberti zu gehn. Ich vergaß darüber nicht, das kleine Zimmer zu beſichtigen. Ich fand Alles, was ich befohlen hatte; ich gab der Beſitzerin zwölf Thaler und nahm die Schlüſſel, nach⸗ dem ich befohlen, daß die Kohlenpfanne um ſieben Uhr Morgens angezündet werden ſolle.

Die Sehnſucht nach dem morgenden Tage ließ mich die Oper abſcheulich finden und hinderte mich die Nacht zu ſchlafen.

Am nächſten Morgen früh war ich in der Kirche und, ſobald Marie gekommen war, ging ich ab, da ich ſicher war, daß ſie mich geſehn. Sie folgte mir von Weitem und als ich an die Schwelle der Thür meines neuen Tempels ge⸗ langt, blieb ich einen Augenblick ſtehn, damit ſie ſich orientiren könne und trat dann in das Zimmer, welches recht warm war. Mariuccia erſchien bald darauf furchtſam, be⸗ ſchämt und muthlos, wie eine Perſon die zweifelt. Ich preßte ſie in meine Arme, beruhigte ſie durch meine Lieb⸗ koſungen und ſah ihren Muth wieder erwachen, als ich ihr die Quittung ihres Beichtvaters zeigte und zu ihr ſagte, der brave Mann habe mir verſprochen, ihre Heirath zu Stande zu bringen. Sie küßte mir entzückt die Hand und verſicherte mir, ſie werde mir ewig dankbar ſein. Da ich

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