Man iſt nie zufrieden. Hätte ich für ſie wie für mich geſpielt, und wäre die Nummer anſtatt an der fünften Stelle an der erſten herausgekommen, ſo hätten ſie nichts gewonnen und würden ſich geärgert haben. Vor zwei Tagen hatten ſie keinen Pfennig und jetzt hat jede von ihnen ſiebenundzwanzig Thaler: ſie ſollten ſehr zufrieden ſein.
Das ſage ich auch; aber die Frauen ſind nun ein⸗ mal ſo.
Und die Männer auch, mein lieber Landsmann, wenn Sie nicht vernünftig ſind. Nicht das Geld macht glücklich, und die Heiterkeit wohnt nur in ſorgloſen Herzen. Sprechen wir nicht mehr davon und beluſtigen wir uns.
Coſta ſtellte einen Korb mit zehn Düten Zuckerwerk auf den Tiſch. Ich werde ſie, ſagte ich, vertheilen, wenn Alle bei Tiſche ſitzen werden. Nun ſagte die zweite Tochter von Momolo, Mariuccia und ihre Mutter würden nicht kommen, ſie würde ihnen aber die beiden Düten ſchicken.
Warum werden Sie nicht kommen?
Sie haben geſtern einen Streit gehabt, ſagte der Vater, und Mariuccia, welche im Grunde Recht hat, iſt weggegangen und hat geſagt, ſie werde nicht wiederkommen.
Undankbare! ſagte ich ſanft zu den Töchtern meines Wirths, bedenkt, daß ſie Euch das Glück gebracht hat, denn ſie hat mir die Nummer 27 angegeben, an welche ich nie gedacht haben würde. Suchen Sie ſie nur zur Rückkehr zu bewegen, oder ich gehe weg und nehme die Düten mit.
Daran werden Sie ſehr wohl thun, ſagte Momolo.
Die Mädchen, die ſich gekränkt fühlten, blickten ſich gegenſeitig an und baten dann ihren Vater, dieſelbe zu holen. Nein, ſagte er, das iſt nicht paſſend, und da Ihr die Ur⸗ ſache ſeid, daß ſie nicht mehr hat kommen wollen, ſo müßt Ihr die Unkoſten der Verſöhnung tragen. Sie beriethen ſich einen Augenblick und baten dann Coſta ſie zu begleiten und gingen hin.
Eine halbe Stunde darauf kehrten ſie triumphirend zurück und Coſta war ganz ſtolz, daß ſeine Vermittlung die Verſöhnung der jungen Mädchen zu Stande gebracht.
Ich vertheilte die Düten und gab die beiden Beſten der
ſchönen Marie.
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