Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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welche ſie einige Bajocchi gewagt hatten. Wenn ich nur einer Zahl gewiß wäre, ſagte ich, ſo wollte ich zufrieden ſein. Die junge Mariuccia ſagte, wenn eine Nummer mir genüge, könne ſie ſie mir geben. Ich lachte über ihr Anerbieten, ſie aber nannte mir mit der ernſteſten Miene Nummer 27. Kann man noch ſpielen? fragte ich den Abbé Momolo.

Die Läden werden erſt um Mitternacht geſchloſſen, erwiderte er, und wenn Sie wollen, will ich die Nummer für Sie holen..

Hier ſind vierzig Thaler, ſagte ich; ſetzen Sie zwanzig Thaler als Auszug auf die 27, und damit mache ich den fünf jungen Damen ein Geſchenk; die andern zwanzig ſetzen Sie auf dieſelbe Nummer, ebenfalls als Auszug, aber als fünften Gewinner, und dieſe behalte ich ſür mich. Er geht ſogleich weg und kehrt mit den beiden Looſen zurück.

Meine ſchöne Nachbarin ſagte,, indem ſie mir dankte, ſie ſei ſicher zu gewinnen, aber ſie habe kein Zutrauen zu meinem Looſe, denn es ſei nicht wahrſcheinlich, daß die 27 als fünfter Gewinner herauskommen würde.

Ich bin deſſen ſicher, erwiderte ich, denn Sie ſind das fünfte Fräulein, welches ich in dieſem Hauſe geſehn. Dar⸗ über lachte die ganze Geſellſchaft. Mutter Momolo ſagte, ich hätte beſſer gethan, das Geld den Armen zu geben; aber ihr Mann ſagte, ſie ſolle ſchweigen, da ſie meine Klug⸗ heit nicht kenne. Mein Bruder lachte, ſagte aber, ich habe eine Thorheit begangen. Zuweilen begehe ich gern Thor⸗ heiten, ſagte ich; übrigens wollen wir aber ſehn: ich habe geſpielt, und wenn man ſpielt, gewinnt oder verliert man.

Ich drückte meiner ſchönen Nachbarin auf eine ge⸗ ſchickte Weiſe die Hand und ſie erwiderte den Druck mit aller Gewalt. Mir war nun klar, wie es mit Mariuccia und mir kommen würde. Gegen Mitternacht verließ ich die Geſellſchaft und bat den guten Momolo, übermorgen wieder eine Partie zu veranſtalten zur Feier unſeres Gewinnſtes. Unterwegs ſagte mein Bruder zu mir, wenn ich nicht reich wie Kröſus geworden ſei, müſſe ich toll ſein. Ich erwiderte, ich ſei weder das Eine noch das Andere, aber Mariuccia ſei ſchön wie ein Engel, was er zugab.