Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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lachen auch, wenn ſie mich im Prieſterrocke und mit dem kleinen Kragen ſehen; auch ich lache; aber dieſer Rock ſetzt hier in Achtung. Beſuchen Sie uns.

Wo wohnen Sie?

Hinter der Trinità de Monti; hier iſt meine Adreſſe.

Ich werde heute Abend dies Vergnügen haben.

Ich ging nach Hauſe, erfreut über dieſe Begegnung und mich glücklich ſchätzend, daß ich einen Abend in der Familie eines venetianiſchen Gondelführers zubringen könne. Ich bat meinen Brnder mich zu begleiten und berichtete ihm, wie mich der Papſt aufgenommen.

Der Abbé Winkelmann, welcher mich am Abend be⸗ ſuchte, ſagte, ich ſtehe ausgezeichnet beim Kardinal ange⸗ ſchrieben, denn der Coder, welchen ich ihm geſchickt, ſei ein ſehr koſtbares Buch, weil er ſehr ſelten und beſſer erhalten als der in der Vaticaniſchen Bibliothek befindliche ſei. Ich

habe den Auftrag, Ihnen denſelben zu bezahlen.

Ich habe Sr. Eminenz geſchrieben, daß ich ihm ein Geſchenk damit mache.

Er nimmt Bücher nicht als Geſchenk an, denn er will Ihren Coder ſeiner Privatbibliothek einverleiben, und da er Bibliothekar der vaticaniſchen Bibliothek iſt, ſo fürchtet er die Verläumdung.

Das iſt ganz gut; aber ich handle nicht mit Büchern, und dies Buch hat mir nur die Mühe, es anzunehmen ge⸗ koſtet; ich kann es daher auch nur zu demſelben Preiſe ver⸗ kaufen. Sagen Sie dem Kardinal, er werde mir eine Ehre erweiſen, wenn er es annehme.

Er wird es Ihnen zurückſchicken.

Das ſteht in ſeinem Belieben; dann werde ich ihm aber ſeine Leichenpredigt zurückſchicken, denn von Jemand, der meine Geſchenke zurückweiſet, mag ich auch keine an⸗ nehmen.

So begab es ſich; am folgenden Tage ſchickte mir der Kardinal meinen Coder zurück, und ich ſendete ihm ſeine Leichenpredigt mit einem Briefe, in welchem ich ſagte, ſie ſei ein Meiſterwerk, obwohl ich ſie kaum durchblättert hatte.