Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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Ich bin dreimal bei ihm geweſen. Er hat mir ſeine Leichenrede auf den Prinzen Eugen geſchenkt, und um ihm meine Dankbarkeit zu bezeigen, habe ich ihm die Pandekten geſchickt.

Hat er ſie angenommen?

Ich glaube wohl, heiliger Vater.

Wenn er ſie angenommen hat, wird er Winkelmann zu Ihnen ſchicken, um Sie zu bezahlen.

Dann würde er mich wie einen Bücherhändler behan⸗ deln; ich werde keine Bezahlung annehmen.

In dieſem Falle wird er Ihnen das Buch zurückſchicken; wir ſind deſſen ſicher, denn ſo iſt ſeine Gewohnheit.

Wenn Se. Eminenz mir den Coder zurückſchickt, ſo ſchicke ich ihm ſeine Predigt zurück.

Bei dieſer Aeußerung fing der Papſt an zu lachen, daß er ſich die Seiten halten mußte.

Es wird uns angenehm ſein, das Ende dieſer Geſchichte zu hören, ohne daß unſre unſchuldige Neugierde der Welt bekannt werde.

Bei dieſen Worten zeigte mir ein ſalbungsvoller Segen an, daß die Audienz zu Ende ſei.

Als ich den Palaſt verließ, wurde ich von einem alten Abbé angeredet, der mich ſehr ehrfurchtsvoll grüßte und mich fragte, ob ich nicht Herr Caſanova ſei, derſelbe der aus den Bleidächern entflohn.

Ja, ſagte ich, das bin ich.

So ſei der Herr geſegnet, daß ich Sie, lieber Herr, in ſo guten Umſtänden wiederſehe.

Aber mit wem habe ich die Ehre zu ſprechen?

Sie erkennen mich nicht. Ich bin Momolo, früher Gondelführer in Venedig.

Sie ſind alſo Prieſter geworden?

O, durchaus nicht; aber hier iſt der Prieſterrock, die allgemeine Uniform. Ich bin erſter Scopatore(Feger) unſers heiligen Vaters.

Ich mache Ihnen mein Compliment; aber nehmen Sie es nicht übel, wenn ich lache.

Op lachen Sie nur. Meine Frau und meine Töchter