Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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rinnen betrachteten mich mit der Miene der Verachtung, denn ſie ſahen zu ihrem Aerger, daß der Platz beſetzt war, während meine neue Favorite, ſtolz auf ihren Erfolg, mir mit triumphirender Miene, die ihr zum Entzücken ſtand, liebkoſte.

Am Abend fand ich ein gutes Abendeſſen und eine große Kohlenpfanne, ſo wie eine warme Decke. Die Mut⸗

ter zeigte mir Alles, was ihre Tochter ſich gekauft und be⸗ klagte ſich, daß ſie ihren Bruder nicht eingekleidet. Ich hei⸗ terte ſie auf, indem ich ihr einige Louisd'ors ſchenkte.

Als ich mich zu Bett gelegt hatte, fand ich meine Schöne weder verliebt noch verzückt, aber ſehr aufgeweckt und ſpaßhaft. Sie brachte mich zum Lachen, und da ſie in Allem ſehr gefällig war, ſo genügte das, mich zu feſſeln. Als ich ſie verließ, ſchenkte ich ihr eine Uhr, und verſprach am folgenden Tage zum Abendeſſen zu kommen. Sie ſollte den pas de deux tanzen, und ich ging demgemäß ins Theater, aber zu meiner größten Verwunderung ſah ich ſie nur figuriren. 31

Beim Abendeſſen fand ich ſie höchſt betrübt. Sie ſagte weinend zu mir, ich ſolle ſie wegen dieſes Schimpfes rächen; der Jude ſchiebe die Schuld auf den Schneider, aber er lüge. Um ſie zu beruhigen, verſprach ich ihr, was ſie wollte, und nachdem ich einige Stunden bei ihr geblieben, ging ich wieder nach Hauſe, entſchloſſen, dem Juden eine ſchlechte Viertelſtunde zu bereiten. Demgemäß ſchickte ich, als ich erwacht war, Coſta zu demſelben, um ihn zu bitten, daß er zu mir käme; aber ſtatt aller Antwort ließ der Schlingel mir ſagen, er wiſſe, was ich wolle, er werde nicht kommen, und wenn die Corticelli nicht in dieſem Ballette tanze, werde ſie in einem andern tanzen.

Ich war erbittert, aber ich ſah wohl ein, daß ich mei⸗ nen Aerger verbergen müſſe, und ich fing an zu lachen. Ich hatte indeß ſein Urtheil bereits gefällt, denn ein Italiäner verzichtet nicht auf Rache; er weiß zu gut, daß dieſelbe ein Vergnügen der Götter iſt.

Nachdem Coſta hinausgegangen war, ließ ich Le Due rufen, und nachdem ich ihm die Sache erzählt, ſagte ich zu

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