Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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reichs zu heirathen und es iſt nicht wahrſcheinlich, daß ſie 4 dann die Maitreſſe Ludwigs XV. geworden ſein würde. Und welche andere Combination geht ſodann aus meiner Laune hervor, die Nothwendigkeit, daß ſie nach Paris gehe, in mein Horoscop aufzunehmen! Denn wäre auch die Aſtro⸗ logie eine Wiſſenſchaft geweſen, ſo hatte ich ſie doch nicht inne. Ihr Schickſal hing von einer großen Abgeſchmacktheit ab. Wie viel außerordentliche Ereigniſſe weiſet übrigens nicht die Geſchichte auf, die nicht eingetroffen ſein würden, wenn ſie nicht vorhergeſagt worden wären! Wir ſind faſt immer, ohne es zu wiſſen, die Urheber unſers eignen Schick⸗ ſals und alle bedingenden Nothwendigkeiten der Stoiker ſind

nichts als Chimairen; der Beweis für die Macht des Schick⸗ ſals ſcheint nur deshalb ſtark, weil er ſophiſtiſch iſt. Cicero

machte ſich mit Recht über die Stoiker und Fataliſten luſtig,

aber Cicero war ein Weiſer und wenige Menſchen ſind dies, ſelbſt Socrates war es nicht, als er das Opfer eines Fa⸗ 5 ſans für den Gott des Wohlgeſchmacks forderte. Ein In⸗

ddividuum, welches Cicero zum Eſſen eingeladen, und wel⸗ ches Abhaltung hatte, ſchrieb dieſem großen Römer: Wenn ich nicht gekommen bin, iſt es ein Beweis, daß das Schick⸗ ſal es nicht gewollt. Cicero antwortete: Wenn Sie hätten kommen wollen, wären Sie gekommen, und dann wäre es ein Beweis geweſen, daß das Schickſal es ſo gewollt. Das ſind nicht die lateiniſchen Worte, aber wenn die Römer in undene Zeit gelebt hätten, würden ſie ſich ſo ausgedrückt aben. Wenn die Fataliſten der Ehre ihres Syſtems wegen genöthigt ſind, den Zuſammenhang aller Ereigniſſe zu be⸗ 8 haupten, ſo bleibt für die moraliſche Freiheit des Menſchen durchaus nichts übrig. Die Willensfreiheit würde eine Lächerlichkeit ſein, und der Menſch könnte nicht mehr gut und nicht mehr ſchlecht handeln. Ich für meinen Theil ver⸗ werfe das Dogma der Fatalität, wäre es auch nur aus Eigenliebe, denn ich kann mich nicht als eine Maſchine be⸗ trachten. Am Abend ging ich ins Theater, wo ich meine Corti⸗ celli in einem ſchönen Pelze fand, und die andern Tänze⸗