Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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lich über ſie hergemacht haben; aber die Gegenwart ihrer Mutter und ihres Bruders war mir ekelhaft, und ich fürch⸗ tete Scenen, die mein Blut in Wallung gebracht haben würden. Nachdem ich ihr ſechs Ducaten gegeben, um ſich ein Bett zu kaufen, wünſchte ich ihr eine gute Nacht und ging weg. Ich kehrte in meinen Gaſthof zurück, den zim⸗ perlichen und gewiſſenhaften Müttern der Opernnymphen fluchend.

Am nächſten Tage verbrachte ich den ganzen Vormit⸗ tag in der Gallerie des Ritters Man, welche Wunderwerke der Malerei, Sculptur von Moſaik und geſchnittenen Stei⸗ nen enthielt. Als ich von ihm wegging, begab ich mich zu meiner Thereſe, um ihr mein Mißgeſchick vom vorigen Tage zu erzählen. Sie lachte ſehr daruͤber, und ich lachte mit ihr trotz eines gewiſſen Aergers, deſſen meine Eigenliebe ſich nicht erwehren konnte. Du mußt Dich tröſten, lieber Freund, und Du wirſt leicht etwas anders finden.

Warum biſt Du verheirathet!

Ich habe wohl daran gedacht; aber es iſt nun einmal geſchehn und nichts mehr zu machen. Da Du nun einmal eine Frau nicht entbehren kannſt, ſo nimm die Corticelli, die ſo gut wie eine andre iſt; ſie wird Dich nicht ſchmach⸗ ten laſſen. 8

Als ich nach Hauſe kam, wo ich den Abbé Gama fand, den ich zu Tiſche eingeladen, fragte er mich, ob ich einen Auftrag des portugieſiſchen Hofes beim Kongreſſe, der nach der Meinung ganz Europa's in Augsburg abgehalten wer⸗ den ſollte, übernehmen wolle. Er ſagte, wenn ich dieſen Auftrag gut ausrichte, wolle er mir Alles, was ich nur wünſchen könne, in Liſſabon erwirken. Ich bin bereit, ſagte ich, Alles zu thun, wozu ich fähig bin; Sie brauchen mir nur zu ſchreiben, und ich werde Ihnen deshalb die Orte angeben, wo mich Ihre Briefe ſicher finden werden. Dieſe Eröffnung machte mir große Luſt, Miniſter zu werden.

Am Abend in der Oper ſprach ich mit dem Ballett⸗ meiſter und mit dem Tänzer, welcher mit der Corticelli den pas de deux tanzen ſollte, und mit dem Iunden, der das Verſprechen wiederholte, daß meine Schützlingin in drei oder

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