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Mutter, wenn ſie mich geärgert hätte, Ohrfeigen gegeben haben würde, und der Mann, welcher bei ihnen war, ſah mir wie ein Halsabſchneider aus.
Wüthend und phyſiſch wie moraliſch aufgeregt, begche
ich mich zur Corticelli; ich war nie bei ihr geweſen, da ich aber überzeugt war, daß ſie gefällig ſein würde, ließ ich
mich zu ihr führen. Alles lag ſchon zu Bette. Ich klopfe,
man antwortet; ich nenne mich, man öffnet die Thür und ich trete in der Dunkelheit ein. Signora Laura ſagt, ſie wolle ein Licht anzünden, und wenn ich ihr etwas hätte ſa⸗ gen laſſen, würde ſie trotz der Kälte auf mich gewartet ha⸗ ben. Es kam mir ſo vor, als ob ich in einer Eisgrube läge. Ich höre die Kleine lachen, und als ich mich im
Dunkeln dem Bette nähere, finde ich beim Suchen die offen⸗
baren Zeichen der Männlichkeit. Es war ihr Bruder. Da die Mutter währenddeſſen Licht angezündet hatte, ſo erblickte ich die Tochter bis zum Kinne in die Bettdecke eingehüllt, denn wie der Bruder war ſie ſplitternackt. Obwohl ich in dieſer Beziehung ſehr liberal dachte, ſo empörte mich doch dieſe Niederträchtigkeit. Wie können Sie eine ſo ſchreckliche Vereinigung erlauben?
Was ſchadet es? Sie ſind Bruder und Schweſter.
Das macht ihr Zuſammenliegen verbrecheriſch.
Daſſelbe iſt ſehr unſchädlich.
Das iſt möglich; es taugt aber doch nichts.
Der Junge entſchlüpfte und kroch ins Bett ſeiner Mut⸗ ter, während die kleine Ausgelaſſene zu mir ſagte, es ſchade gar nichts, da ſie ihren Bruder wie einen Bruder und er ſie wie eine Schweſter liebe; wenn ich aber durchaus wolle, daß ſie allein ſchlafe, ſo ſolle ich ihr ein Bett kaufen. Da ſie Alles auf eine ſehr naive Weiſe und im bolongneſer Dialekt vorbrachte, ſo mußte ich herzlich lachen; denn, in⸗
dem ſie ſprach und geſticulirte, hatte ſie die Hälfte ihrer
Schönheiten aufgedeckt, und ich ſäh nichts, was der Mühe werth geweſen wäre. Nichtsdeſtoweniger ſchien es Beſtim⸗ mung zu ſein, daß ich mich in ihre Haut verlieben ſollte, denn ſie hatte nichts weiter.
Wäre ſie allein geweſen, ſo würde ich mich augenblick⸗
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