Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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Komme ebenfalls zum Abendeſſen und laſſe Deinen Wagen vor der Thür halten. Das Uebrige wird ſich ganz von ſelbſt

machen. Du wirſt nur einige Minuten mit ihr zuſammen ſein, aber das iſt doch immer etwas, und haſt Du nur den er⸗ ſten Schritt gemacht, ſo wirſt Du auch mit dem Uebrigen zu Stande kommen.

Sehr gut! Ich werde bei Dir zu Abend ſpeiſen, und mein Wagen ſoll vor der Thüre halten. Morgen wirſt Du Alles erfahren.

Ich ging um neun Uhr zu ihr. Ich wurde wie eine angenehme Ueberraſchung, welche man nicht erwartet hat, aufgenommen. Ich ſagte zu Redegunden, ich freue mich, ſie zu finden, und ſie erwiederte, ſie habe nicht auf das Ver⸗ gnügen gerechnet, mich zu ſehn. Beim Abendeſſen hatte nur Redegunde Appetit, welche viel und über die Anekdoten, welche ich ihr erzählte, herzlich lachte.

Nach dem Abendeſſen fragte Thereſe die ſchöne Par⸗ maeſanerin, ob ſie eine Tragchaiſe wünſche, oder ob ſie ſich von mir in meinem Wagen nach Hauſe bringen laſſen wolle.

Wenn der Herr dieſe Gefälligkeit haben will, ſagte ſie, ſo iſt die Chaiſe nicht nöthig. Dieſe Antwort ſchien mir ſo günſtig, daß ich an meinem Glücke nicht mehr zweifelte. Man wünſcht ſich eine gute Nacht und umarmt ſich; ſie nimmt meinen Arm, welchen ſie mit der Hand drückt; wir gehn die Treppe hinunter, und ſie ſteigt in den Wagen. Ich ſteige nach ihr ein, und als ich mich ſetzen will, finde ich den Platz beſetzt. Wer iſt da? rufe ich. Redegunde bricht in lautes Lachen aus und ſagt: Meine Mutter.

Man hatte mich zum Beſten gehabt, und ich war nicht geiſtreich genug, um einen Scherz zu machen. Das Erſtau⸗ nen macht die Menſchen dumm und abſorbirt für einen Augenblick alle Fähigkeiten des Geiſtes; die verletzte Eigen⸗ liebe läßt nur dem Zorne Platz..

Nachdem ich mich auf den Vorderſitz geſetzt, fragte ich die Mutter mit kaltem Tone, warum ſie nicht mit zum Eſſen gekommen. Als der Wagen vor ihrer Thür hielt, forderte mich die Mutter auf, hinaufzukommen, ich aber ſagte, ich habe nicht Luſt. Ich fühlte wohl, daß ich der