Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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der Direktor kam einige Augenblicke ſpäter und wir früh⸗ ſtückten ſodann.

Nachdem ich ihm die Beſchwerden der jungen Dame dargelegt, las ich ihm den Kontrakt vor und ſagte dann, ich werde leicht das Mittel finden, ihn zum Halten ſeiner Verpflichtungen zu bewegen. Der Jude führte mehrere Ent⸗ ſchuldigungen an, deren Grundloſigkeit ihm die Corticelli bewies. Endlich verſprach der Jude, noch an demſelben Tage mit dem Ballettmeiſter zu ſprechen, damit er ſie den von ihr beanſpruchten Pas mit dem von ihr bezeichneten Tänzer tanzen laſſe, wodurch er, wie er ſagte, Se. Excel⸗ lenz zu befriedigen hoffte, mit welchem Titel er mich nebſt einer tiefen Verbeugung beehrte, was namentlich bei den Juden ſelten ein Zeichen der Aufrichtigkeit iſt.

Als dieſe Leute Abſchied genommen, begab ich mich zum Abbé Gama, um mit ihm beim Marſchall Botta, der uns eingeladen hatte, zu ſpeiſen. Bei dieſem Mittagseſſen machte

ich die Bekanntſchaft des Ritters Man, engliſchen Reſidenten,

welcher der Abgott von Florenz war, ein ſehr reicher Mann, liebenswürdig, obwohl Engländer, voller Geiſt und Geſchmack und großer Liebhaber der Künſte. In Folge ſeiner Einla⸗ dung beſuchte ich ihn am nächſten Tage in ſeinem Hauſe, mit welchem ein hübſcher Garten verbunden war. In die⸗ ſem von ihm ſelbſt geſchaffnen Wohnſitze verrieth Alles, Meubeln, Gemälde, die Auswahl der Bücher den Mann von Genie. Man erwiederte meinen Beſuch, lud mich zum Eſſen ein und hatte die liebenswürdige Aufmerkſamkeit auch Thereſen, ihren Mann und Ceſarino einzuladen. Dieſer ſetzte ſich, als wir von Tiſche aufgeſtanden waren, ans Clavier und erregte die Bewunderung und das Entzücken der Geſellſchaft. Als das Geſpräch auf Aehnlichkeiten kam, zeigte uns der Ritter Miniaturportraits von überraſchender Aehnlichkeit.

Ehe wir weggingen, ſagte Thereſe, ſie habe ernſtlich an mich gedacht.

Wie das? fragte ich

Ich habe zu Redegunden geſagt, ich würde ſie abholen, zum Abendeſſen behalten und ſie wieder nach Hauſe brin⸗ gen laſſen. Du wirſt die letztere Aufgabe übernehmen.