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vor zehn Jahren ſei und daß es auch für das von Ceſarino gehalten werden könne. Thereſe war ganz außer ſich und ſchwor, die Doſe ſolle nicht mehr aus ihren Händen kom⸗ men; ſie ſtand dann auf und umarmte mehrmals ihren Sohn. Währenddeſſen verlor ich den Abbé Gama nicht aus den Augen, und ich ſah wohl, wie er über dieſen Zwi⸗ ſchenfall, der das ganze Intereſſe einer unvorhergeſehenen Wiedererkennungsſcene hatte, Commentarien in ſeinem Kopfe achte.
Der gute Abbé entfernte ſich gegen Abend und ſagte, er erwarte mich morgen zum Frühſtück.
Während des uübrigen Theils des Tages machte ich Redegunden den Hof, und Thereſe, welche ſah, daß das Mäd⸗ chen mir gefiel, rieth mir, mich zu erklären, und verſprach mir, ſie ſo oft ich wolle, einzuladen. Aber Thereſe kannte dieſelbe nicht.
Am folgenden Tage ſagte Gama zu mir, er habe den Marſchall Botta ſchon von meinem Beſuche in Kenntniß ge⸗ ſetzt, und er werde mich um vier Uhr aus meiner Wohnung abholen, um mich dieſem Edelmanne vorzuſtellen. Sodann warf mir der gute Abbé, der immer Sklave ſeiner Neu⸗ gierde war, mit dem Tone der freundſchaftlichſten Theilnahme vor, daß ich kein Wort vom Zuſtande meines Vermögens geſagt.
Ich glaubte nicht, daß es ſich der Mühe lohne, davon zu ſprechen, theurer Abbé; da Sie ſich aber dafür intereſſi⸗ ren, ſo will ich Ihnen ſagen, daß mein Vermögen nicht be⸗ deutend iſt, daß ich aber Freunde habe, deren Börſen mir offenſtehn.
„Wenn Sie wahre Freunde haben, ſind Sie reich; aber wahre Freunde ſind ſelten.
Als ich ihn verließ, ganz mit Redegunden beſchäftigt, die ich der jungen Corticelli vorgezogen haben würde, machte ich ihr einen Beſuch; aber welche traurige Aufnahme! Sie empfing mich in einem Zimmer, wo ſich ihre Mutter, ihr Onkel und drei oder vier ſchmutzige und ſchlecht angezogene Bälge befanden. Es waren ihre Brüder.


