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Haben Sie kein paſſendes Zimmer, um Ihre Freunde zu empfangen? fragte ich.
Ich bedarf keines andern Zimmers, denn ich habe keine Freunde zu empfangen.
Haben Sie nur das Zimmer, meine Liebe, und es wird Ihnen nicht an Freunden fehlen. Dieſes hier iſt aus⸗ gezeichnet für Verwandte, paßt aber nicht für Perſonen, die wie ich, Ihren Reizen und Talenten huldigen wollen.
Mein Herr, ſagte die Mutter, meine Tochter hat nur ein ſehr geringes Talent und macht ſich keine Täuſchung über ihre Reize, die, wie ſie weiß, nur ſehr beſcheiden ſind.
Große Beſcheidenheit, Madame, läßt Sie ſo ſprechen, und ich weiß dieſelbe zu würdigen; aber nicht alle Leute betrachten Ihre Tochter mit denſelben Augen, und mir ge⸗ fällt ſte ſehr.
Das iſt eine Ehre für ſie, und wir ſind dafür dank⸗ bar, laſſen uns aber nicht ſtolz machen. Meine Tochter wird Sie empfangen, ſo oft Sie ihr die Ehre, ſie zu be⸗ ſuchen, erweiſen wollen, aber hier und nirgends anderwärts.
Hier, Madame, würde ich Sie zu beläſtigen fürchten.
Die Gegenwart eines Ehrenmanns kann nie läſtig ſein.
Ich ſchämte mich, denn nichts beſchämt einen Wüſtling ſo ſehr, als die Sprache der Schaam im Munde des Elends, und da ich nicht wußte, was ich der Mutter Vernünftiges antworten ſollte, ſo grüßte ich und entfernte mich. Ich berichtete Thereſen mein Mißgeſchick, und wir lach⸗ ten darüber. Das war das Beſte, was wir thun konnten. Ich möchte Dich gern in der Oper ſehn, ſagte ſie, und Du kannſt in mein Camerino kommen, wenn Du dem Manne, welcher die kleine, nach der Bühne führende Treppe bewacht, ein Geldſtück giebſt.
Der Abbé Gama holte mich ab, wie er verſprochen, um mich dem Marſchall Botta vorzuſtellen, einem verdienſt⸗ vollen Manne, den die genueſer Vorgänge berühmt gemacht hatten. Er befehligte die öſterreichiſche Armee, als das Volk, empört über den Anblick dieſer Fremdlinge, welche nur das Land unterjochen wollten, ſich erhob und ſie zwang, die


