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Das tolle Mädchen bat mich um meinen Schutz gegen ihren Unternehmer, einen Juden. Er hatte ſich contraktlich verpflichtet, ſte in der zweiten Oper ein pas de deux tan⸗ zen zu laſſen, und er hatte ſie getäuſcht. Sie bat mich, den Juden zur Erfüllung ſeiner Verpflichtungen zu zwingen, und ich verſprach es ihr.
Der zweite Gaſt war die Parmeſanerin Redegunde,
eine große und ſchöne Perſon, welche, wie Coſta berichtete, die Schweſter meines Lohnbedienten war, und welche ich nach zwei oder drei Minuten meiner Aufmerkſamkeit ſehr werth fand. Sodann erſchien der Abbé Gama und gratulirte mir, als er mich zwiſchen zwei hübſchen Mädchen ſitzen ſah. Ich nöthigte ihn, meinen Platz einzunehmen und er begann nun als alter Sünder mit ihnen zu ſchwatzen, aber obwohl die Nymphen ſich über ihn luſtig machten, brachten ſie ihn doch nicht aus der Faſſung. Er glaubte ihnen zu gefallen; ich ſah es und erkannte wohl, wie die Eigenliebe ihn hindern könne, ſich zu überzeugen, daß er ſich laͤcherlich mache, aber ich dachte nicht, daß ich in ſeinem Alter in denſelben Feh⸗ ler verfallen würde.
Wehe dem Greiſe, der ſich nicht Gerechtigkeit wider⸗ fahren zu laſſen verſteht! Wehe ihm, wenn er es unterläßt, ſich mit der Idee vertraut zu machen, daß daſſelbe Geſchlecht, welches er in ſeiner Jugend ſo oft verführt hat, ihn in ſei⸗ nem Alter verachten wird, wenn er noch ferner danach ſtrebt, ihm zu gefallen!
Meine ſchöne Thereſe erſchien zuletzt mit ihrem Manne und ihrem Sohne, welchen ich herzlich umarmte, nachdem ich mich dieſer ſüßen Pflicht zuvor gegen ſeine Mutter ent⸗ ledigt. Ich ſetzte mich bei Tiſch zwiſchen beide und ſagte leiſe zu Thereſen, eine ſo theure und geheimnißvolle Drei⸗ einigkeit dürfe nicht getrennt werden, worüber ſie mir auf die liebenswürdigſte Weiſe zulächelte. Der Abbé ſetzte ſich zwiſchen Redegunde und der Corticelli und wußte uns durch angenehme Geſpräche während der ganzen Mahlzeit in Hei⸗ terkeit zu erhalten.
Ich lachte heimlich, als ich ſah, mit welchem ehrfurchts⸗


