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bat. Mit großer Weitläufigkeit erzählte er mir ſeine Schick⸗ ſale während der ſiebenzehn Jahre, welche wir uns nicht ge⸗ ſehn. Er war aus dem Dienſte Spaniens in den Sr. Allergläu⸗ bigſten Majeſtät übergegangen und war Geſandſchaftsſekretair des Kommandeurs Almada; er hatte Rom verlaſſen müſſen, weil der Papſt Rezzonico dem Könige von Portugal nicht hatte geſtatten wollen, die Jeſuiten zu beſtrafen, dieſe ehren⸗ werthen Meuchelmörder, welche ihm allerdings nur einen Arm zerbrochen hatten, welche ihm aber nichtsdeſtoweniger ans Leben gewollt hätten. Gama ſtreifte in Italien umher, mit Almada und dem berühmten Carvalho correſpondirend und das Ende des Kriegs abwartend, um nach Rom zu⸗ rückzukehren. Das war der weſentliche Inhalt ſeiner Er⸗ zählung; aber der Abbé wußte denſelben ſo ſehr durch Epi⸗ ſoden zu erweitern, daß ſie länger als eine Stunde dauerte; ohne Zweifel wollte er mich dadurch zur Dankbar⸗ keit bewegen, damit ich ihm von meinen Begegniſſen nichts verſchwiege; aber wir beide legten Proben von diplomati⸗ ſchem Talente ab, er, indem er ſeine Erzählung verlängerte, ich, indem ich die meinige verkürzte, nicht ohne ein gewiſſes geheimes Vergnügen, ſeine Neugierde beſtrafen zu können.
Was wollen Sie in Rom machen? fragte er geſprächs⸗
weiſe. Ich will, erwiederte ich, mich dem Papſte vorſtellen und ihn bitten, ſich bei den venetianiſchen Staatsinquiſito⸗ ren für meine Begnadigung zu verwenden. Das war nicht wahr, aber dieſe Antwort war ſo gut wie jede andere, wenn ich die Wahrheit nicht ſagen wollte; hätte ich ihm übrigens auch geſagt, daß ich nur des Spaßes halber hin ginge, er würde mir doch nicht geglaubt haben. Wer einem Un⸗ gläubigen die Wahrheit ſagt, entweiht ſie und begeht mei⸗ ner Anſicht nach einen Mord. Er bat mich ſodann, in brieflichem Verkehr mit ihm zu bleiben, und da mich dies zu nichts verpflichtete, ſo verſprach ichs.
Ich kann, ſagte er, Ihnen einen Freundſchaftsbeweis geben, indem ich Sie dem Marquis von Botta⸗Adamo, Gou⸗ verneur von Toscana vorſtelle, der für einen Freund des Regenten gilt,(der ſpäter unter dem Namen Franz II. Kai⸗


