Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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Weißt Du, fragte ich, ob unſrer theurer Ceſarino ſchon geliebt hat? 3

Ich glaube es nicht, aber ich glaube, daß unſre hübſche Kammerjungfer in ihn verliebt iſt. Ich werde ein wachſa⸗ mes Auge haben.

Sei nicht zu ſtrenge.

Nein, aber ein junger Mann darf ſich nicht zu früh dem Vergnügen überlaſſen, das alles Andre vernachläſſtgen läßt.

Gieb ihn mir; ich will ihn die Welt kennen lehren.

Fordre Alles von mir, aber laß mir meinen Sohn. Wiſſe, daß ich ihn nie umarme, weil ich toll zu werden fürchte. Wenn Du wüßteſt, wie gut und rein er iſt, und wie er mich liebt! Aber ich ſchlage ihm auch nichts ab. Was wird man in Venedig ſagen, wenn man in vier Mo⸗ naten den aus den Bleidächern geflüchteten und um zwan⸗ zig Jahre verjüngten Caſanova wiederſehn wird!

Du gehſt alſo zur ascénsa nach Venedig?

Ja, und Du gehſt nach Rom?

Und nach Neapel, um den Herzog von Matalone, mei⸗ nen Freund, zu beſucken.

Ich kenne ihn ſehr gut. Er hat ſchon einen Sohn von der Tochter des Herzogs von Bovino, welche er gehei⸗

rathet hat. Sie iſt eine reizende Frau, welche verſtanden hat, ihn zum Manne zu machen, denn ganz Neapel wußte, daß er kein Mann war.

Vermuthlich hat ſie aber nicht das Geheimniß gehabt, ihn zum Vater zu machen.

Das iſt möglich

Wir verbrachten den Tag in wechſelreicher und intereſ⸗ ſanter Unterhatung, bis Ceſarino und ihr Mann zurück⸗ kamen. Dieſes liebe Kind feſſelte mich vollends während des Abendeſſens, denn es war ſchalkiſch, mittheilſam, liebens⸗ würdig, und hatte die ganze neapolitaniſche Lebendigkeit. Er ſetzte ſich ans Klavier und nachdem er einige Stücke mit der Meiſterſchaft eines Virtuoſen geſpielt, ſang er neapoli⸗ taniſche Volkslieder über welche wir laut auflachen mußten. Meine Thereſe hatte nur für ihn und für mich Augen;