Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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erlangt immer gewiſſe Herrenrechte, welche zuweilen ſehr läſtig werden können.

Die hübſche Kammerfrau Thereſens meldete mir, daß mein Wagen vor der Thür ſtehe.

Erlauben Sie, ſagte ich zu meiner Freundin, daß mein Lohnbedienter hereinkommt? Wer, ſagte ich zu dem Tölpel, hat Ihnen befohlen, mit meinem Wagen hieherzu⸗ kommen?

Niemand, mein Herr, aber ich kenne meine Pflicht.

Wer hat Ihnen geſagt, daß ich hier ſei?

Ich habe es errathen.

Rufen Sie meinen Kammerdiener und kommen Sie mit ihm zurück.

Als er wiedergekommen war, befahl ich Le Duc, ihm den Lohn für drei Tage auszuzahlen, ihm meine Liorée ab⸗ zunehmen und den Doctor Vannini um einen Bedienten von derſelben Größe zu bitten, der ſich nicht auf's Rathen lege, ſondern die Befehle ſeines Herrn pünktlich ausführe. Der Burſche, dem dies ſehr unangenehm war, empfahl ſich, Thereſen; aber als kluge Frau, ſagte ſie, ſein Herr ſei allein im Stande, ſeine Dienſte zu würdigen..

Um zehn Uhr füllte ſich der Saal mit Schauſpielern, Schauſpielerinnen und einer Menge Liebhaber. Thereſe empfing ihre Kußhände mit Grazie und Adel, und ich konnte hieraus wohl ſchließen, daß ſie in großem Rufe ſtand. Die Probe dauerte drei Stunden und ich langweilte mich ſehr. Um mir die lange Weile zu vertreiben, unterhielt ich mich mit Paleſt, der mir gefiel, weil er es ſich auch nicht im Geringſten einfallen ließ, mich zu fragen, wo, wie und wann ich ſeine Frau kennen gelernt. Ich ſah, daß er An⸗ ſtand hatte und ſich ſeiner Stellung bewußt war.

Eine junge Parmeſanerin, welche eine Männerrolle ſpielte und gut ſang, blieb zum Eſſen. Thereſe hatte auch eine junge Bologneſerin, Namens Corticelli, eingeladen. Die entſtehenden Reize dieſer jungen Figurantin fielen mir auf; da ich indeß in dieſem Augenblicke ganz von Iereſen erfüllt war, ſo beachtete ich ſie nicht ſehr. Einen Augen⸗

blick darauf ſah ich einen ſehr beleibten Abbé gemeſſenen

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