Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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mein Freund, für den mein Herz zum erſtenmale geſchlagen at, und den ich mein ganzes Leben lang lieben werde, laß mich das Glück genießen, Dich an meinen Buſen zu drücken. Umarmen wir uns hundertmal an dieſem glück⸗ lichen Tage; hiebei, mein Herz, wollen wir aber ſtehn bleiben, da das Schickſal mich zur Frau eines Andern gemacht hat. Morgen wollen wir wie Schweſter und Bruder mit einander umgehn; heute aber wollen wir Liebende ſein.

Sie hatte dieſe Rede noch nicht beendet, als ich ſchon

auf den Gipfel des Glücks gelangt war. Unſere Ent⸗ zuͤckungen waren gegenſeitig, und wir erneuerten ſie faſt unaufhörlich während der halben Stunde, die wir vor uns hatten. Ihr Morgennegligé und mein Ueberrock paßten ganz vortrefflich für die Umſtände. Nachdem wir unſere Liebesgluth zum Theil geſättigt und uns ſo wiedergefunden hatten, wie wir waren, als wir uns in Rimini trennten, athmeten wir freier auf und ſetz⸗ ten uns wieder auf unſere Plätze.

Nachdem ſie ſich ein wenig geſammelt, ſagte ſie, Du mußt wiſſen, daß ich mich in meinen Mann verliebt und zugleich feſt entſchloſſen bin, ihn nie zu täuſchen. Was ich gethan, war eine Schuld, die ich in Erinnerung an unſere erſte Liebe abgetragen habe. Ich mußte ſie bezahlen, um Dir zu zeigen, wie theuer Du mir biſt; aber denken wir

nicht mehr daran. Vergeſſen wir das Geſchehene, mein

Freund. Laß es Dir genügen, daß Du weißt, ich liebe Dich, woran Du nicht zweifeln kannſt, und laß mir die ſüße Ueberzeugung, daß ich geliebt werde; aber vermeiden wir in Zukunft die Gelegenheit, uns allein zu ſehn, denn ich würde unterliegen, und das würde mir leid ſein. Stimmt Dich das traurig?

Ich finde Dich gebunden, und ich bin frei. Wir würden uns ſonſt nicht wieder getrennt haben. Du haſt meine erſte Flamme wieder entzündet. Ich bin ſo, wie ich war, als ich Dich in Ancona kennen lernte; ich habe Dir den Beweis dafür geliefert, und Du wirſt Dir vorſtellen können, wie unglücklich ich mich fühle, Dich nicht mehr be⸗ ſitzen zu können. Ich finde Dich nicht bloß verheirathet,