Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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Ohne ihn zur Beſinnung kommen zu laſſen, wendete ich mich zu Thereſen und ſagte: Ich habe Deinen Brief nicht beantwortet, theure Freundin——

Ich weiß Alles. Du warſt in eine Nonne verliebt, Du warſt unter den Bleidächern eingeſperrt, und ich habe in Wien Deine beinahe wunderbare Flucht erfahren. Ich habe ſpäter erfahren, welches Glück Du in Paris und Hol⸗ land gemacht haſt, und erſt nach Deiner Abreiſe von Paris habe ich Niemand mehr gefunden, welcher mir von Dir etwas erzählen konnte. Wenn ich Dir ausführlich erzählen werde, was Alles mir während dieſer zehn Jahre begegnet iſt, wirſt Du hübſche Sachen erfahren. Einſtweilen bin ich glücklich. Das iſt mein lieber Paleſt, ein Römer, welchen ich vor einigen Monaten geheirathet habe. Wir lieben uns, und ich hoffe, Du wirſt ſein Freund werden, wie Du der meinige biſt.

Ich ſtand bei dieſen Worten auf und umarmte den Mann, welcher eine ſo ſonderbare Figur ſpielte. Er kam mir mit offenen Armen, aber etwas verlegen entgegen, denn er wußte wahrſcheinlich noch nicht, was er von einem Manne denken ſollte, der Vater, Bruder, Geliebter und viel⸗ leicht auch Freund ſeiner Frau war. Dieſe Verlegenheit blieb Thereſen nicht unbemerkt, welche ihn nach mir mit allen Zeichen lebhafter Zärtlichkeit umarmte, die nun mich

in Verlegenheit ſetzten, denn während der verfloſſenen halben

Stunde war die alte Liebe wiedererwacht, die mich einſt für ſie entflammt hatte, als Don Sancio Pico mich mit ihr be⸗ kannt gemacht hatte.

Paleſi, beruhigt durch meine Umarmung und die Liebkoſungen ſeiner Frau, fragte mich, ob ich ihnen das Vergnügen erweiſen wolle, mit ihnen eine Taſſe vortreffli⸗ cher Chocolade zu trinken, die er ſelbſt bereiten werde. Ich⸗ entgegnete, die Chocolade ſei mein Lieblingsfrühſtück, und ſie werde mir um ſo beſſer ſchmecken, wenn ſie durch einen Freund bereitet werde. Er entfernte ſich, um an die Arbeit zu gehn. Dies war der Augenblick des Glücks..

Als wir allein waren, ſtürzte meine Thereſe mit einem unbeſchreiblichen Ausdruck der Liebe in meine Arme. O,