Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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Arie, welche ſie zum Entzücken ſang, die Augen auf mich warf, und dieſelben nicht mehr abwendete. Ich konnte nicht zweifeln, daß ſie es war, da ich ſah, daß ſie mich erkannt hatte. Am Schluſſe der Scene trat ſie auf der meiner Loge gegenüberliegenden Seite ab, blieb an den Couliſſen ſtehn und gab mir mit dem Fächer ein Zeichen ſie aufzu⸗ ſuchen.

Ich verließ meine Loge mit außerordentlichem Herz⸗ klopfen, ohne mir den Grund klar machen zu können, denn ich hatte die ſüßeſte Erinnerung für Thereſen bewahrt und fühlte keine andre Schuld gegen ſie, als daß ich den letzten Brief, den ſie mir vor dreizehn Jahren von Neapel aus ge⸗ ſchrieben, nicht beantwortet. Ich begab mich nach der Bühne, mehr um zu ſehn, welche Folgen dieſe Unterredung haben würde, als um zu erfahren, was ihr in den ſiebenzehn Jah⸗ ren begegnet, die mir ein Jahrhundert ſchienen.

Ich gelange an eine kleine Thür, welche nach der Bühne führt und ich ſehe meine Thereſe, welche an der Treppe ſteht und zu dem Manne, der die Thür hütet, ſagt, er möge mich hineinlaſſen. Ich gehe die Treppe hinauf und nun ſtehn wir uns ſtumm vor Erſtaunen gegenüber. Ich ergreife ihre Hand, und ſie an mein Herz druͤckend, ſage ich: Fuhle, wie es ſchlägt.

Ich kann nicht daſſelbe thun, ſagte ſie, als ich Dich aber erblickte, glaubte ich ohnmächtig zu werden. Leider muß ich außer dem Hauſe zu Abend ſpeiſen. Ich werde die ganze Nacht kein Auge ſchließen. Ich erwarte Dich mor⸗ gen früh um acht Uhr. Wo wohnſt Du?

Beim Doktor Vannini.

Welchen Namen führſt Du?

Den meinigen.

Seit wann biſt Du hier?

Seit geſtern.

Willſt Du lange in Florenz bleiben?

So lange Du willſſt.

Biſt Du verheirathet?*

Nein. 3—