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gränzten. Ich nahm auch einen Miethswagen und einen LCohnbedienten, welchen ich ebenſowohl wie den Kutſcher in blaue und rothe Livrée kleiden ließ. Es waren die Farben Herrn von Bragadino's, und ich glaubte mich mit denſelben ſchmücken zu koͤnnen, da ich nicht täuſchen, ſondern nur glänzen wollte. Am folgenden Tage ging ich allein im Ueberrocke aus, um Florenz zu ſehn, ohne von Jemand be⸗ merkt zu werden. Am Abend ging ich ins Theater, um den berühmten Arlechin Roſſi zu ſehn, aber ich fand mit Recht, daß ſein Ruf größer als ſein Verdienſt war. Ebenſo beurtheilte ich die berühmte Declamation der Florentiner: ſie hatte meinen Beifall nicht. Mit Vergnügen ſah ich Per⸗ tici; da er alt war und nicht mehr ſingen konnte, ſo ſpielte er Komödie und zwar als guter Schauſpieler, was ſelten iſt, denn die Sänger beiderlei Geſchlechts, welche auf die Dauer ihrer Stimme zu vertrauen pflegen, verabſäumen die Kunſt der Darſtellung, und gewöhnlich macht ſie ein bloßer Schnupfen zu ſehr mittelmäßigen Subjekten. Am nächſten Tage ſtellte ich mich dem Bankier Saſſo⸗ Saſſi vor, fuͤr welchen ich einen ſehr ausgedehnten Kredit⸗ rief hatte, und nachdem ich herrlich geſpeiſt, machte ich große Toilette, und ging in die Oper, in via della Per- gola wo ich eine Loge in der Nähe des Orcheſters nahm, mehr um die Schauſpielerinnen zu lorgniren, als um die Muſik zu hören, die ich nie enthuſiaſtiſch geliebt habe. Der Leſer möge ſich meine Ueberraſchung und meine 6 Freude denken, als ich in der erſten Sängerin Thereſen, den 4 falſchen Bellino erkannte, welchen ich im Anfange des Jah⸗ 9 res 1744 in Rimini gelaſſen; dieſe reizende Thereſe, welche 2 ich gewiß geheirathet haben würde, wenn mich nicht Herr N von Gages hätte in Arreſt bringen laſſen, und welche noth⸗ wendiger Weiſe meinem Geſchicke eine ganz andere Wen⸗ dung gegeben haben würde. Seit ſiebenzehn Jahren hatte ich ſie nicht geſehn, aber auf der Bühne ſchien ſie mir ebenſo hinreißend ſchön, wie zu der Zeit, wo ich ſie verlaſſen. Ich konnte meinen Augen nicht glauben, ſo unmöglich ſchien mir die Sache, und ich fing an, an den ſonderbaren Zufall einer — wunderbaren Aehnlichkeit zu glauben, als ſie am Schluſſe einer


