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eines Engländers, von welchem ich einen ſchönen Reiſewa⸗ gen kaufte, und welcher mich zur Corilla*), einer berühm⸗ ten Dichterin, die ich ſehr kennen zu lernen wünſchte, führte. Sie empfing mich ſehr gut und hatte die Güte, über meh⸗ rere Gegenſtände zu improviſiren, welche ich ihr vorſchlagen durfte. Sie bezauberte mich, weniger durch ihre Schönheit und Anmuth, als durch die ſchönen Sachen, die ſie in einer vollkommnen Sprache recitirte. Wie ſchön erſcheint eine Sprache, wenn mit einer klaren und reinen Ausſprache ſich die Gewähltheit des Ausdrucks verbindet, welche ebenſofern
N. von Nachläſſigkeit wie von Anmaßung bleibt! Eine ſchlecht
geſprochene Sprache iſt nicht einmal in einem ſchönen Munde erträglich, und ich habe immer den geſunden Sinn der Grie⸗ chen bewundert, welcher forderte, daß die Ammen ihren Kindern von der Wiege an in der Reinheit des Organs, der Ausſprache und der Sprache als Muſter dienten. Wir ſind weit entfernt, einem ſo ſchönen Beiſpiele zu folgen; wie viel Ohrenſchinder findet man aber auch in der mit Unrecht ſogenannten guten Geſellſchaft!
Corilla war straba, wie die Alten Venus darſtellten, aus einem Grunde, den ich mir nicht habe klar machen kön⸗ nen, denn mag eine Frau, welche ſchielt, im Uebrigen auch noch ſo ſchön ſein, ſo iſt ſie doch in meinen Augen eine mißgeſtaltete Frau, und ich bin überzeugt, daß wenn Venus eine Göttin geweſen wäre, ſie gewiß ihre Empfindlichkeit an dem queerköpfigen Maler ausgelaſſen haben würde, der ſie zuerſt mit ſeitwärts gehenden Blicken darſtellte. Man hat mir verſichert, wenn Corilla geſungen, habe ſie, um Jemand zu erobern, ihn nur mit ihren ſchielen Blicken anzuſehn ge⸗ braucht; Gott ſei Dank hatte ſie es wahrſcheinlich nicht auf mich abgeſehn, denn ſie fixirte mich nicht.
In Florenz miethete ich mich im Gaſthofe von Car⸗ rajo ein, welchen der Doktor Vannini führte, der ſich als ein unwürdiges Mitglied der Akademie della Crusca zu bezeichnen pflegte. Ich nahm eine Wohnung, deren Fenſter
nach dem Arno hinausgingen und an eine herrliche Terraſſe
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*) Dieſe Improviſatrice hieß eigentlich Morelli.
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