Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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arbeitete und ihr Mann bis in die Nacht beſchäftigt war. Sie verſicherte mir, daß wir zahlreiche Geſellſchaft haben würden.

Die ſchöne Roman trug daſſelbe Kleid, wie an allen andern Tagen, aber ſie bedurfte nicht der Toilette, um zu blenden. Neben mir ſtehend, fragte ſie mich, ob ich an ihr Horoscop gedacht. Ich nahm ſie bei der Hand, ſetzte ſie auf meine Knie und verſprach ihr, daß ſie es am fol⸗ genden Tage erhalten ſolle. In dieſer Stellung, in welcher ich ihre göttliche Taille mit meinem linken Arm drückte, entriß ich zehn Feuerküſſe ihren herrlichen Lippen, welche ſie nur öffnete, um mich um Mäßigung zu bitten. Sie war mehr erſtaunt als erſchreckt über mein Zittern, und obwohl ſie ſich mit Erfolg vertheidigte, verlor ſie nicht einen Augenblick die Faſſung, ihre Heiterkeit blieb ſich gleich, und trotz der Gluth meiner Blicke, blickte ſie beſtändig über mein Geſicht hinweg. Um ihren Bitten nachzukommen, ſtrengte ich mich an, und als ſie mich ruhig ſah, drückten ihre

Augen jene Befriedigung aus, welche das Gefühl eines

durch die Vernunft über einen großmüthigen Feind davon⸗ getragenen Sieges gewährt.

Mein Schweigen war eine Anerkennung der Tugend eines himmliſchen Weſens, deſſen Glück ich durch eins jener ſeltſamen Spiele des Zufalls, welche die Philoſophie ver⸗ geblich zu erklären ſucht, begründen ſollte.

Madame Morin ſetzte ſich neben uns und bat mich um einige Erklärungen über das Horoscop ihrer Tochter. Sodann ſagte ſie, um mir für meinen Ball vier Schön⸗ heiten zu verſchaffen, habe ſie nur zwei Billete zu ſchreiben gebraucht. Ich werde nur eine ſehen, ſagte ich, ihre Nichte anblickend. Gott weiß, ſagte Valenglard, welche Ver⸗ muthungen man morgen in Grenoble anſtellen wird. Man wird ſagen, ſagte Madame Morin zu ihrer Nichte, Du habeſt Hochzeit gehabt.

Ja, und ohne Zweifel wird man von meinem herr⸗ lichen Anzuge, meinen Spitzen und Diamanten ſprechen, ſagte die Nichte mit graziöſem und bezeichnendem Aus⸗ drucke.