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Man wird von Ihrer Schönheit ſprechen, erwiederte ich mit Gefühl, von Ihrem Geiſte und Ihrer Tugend, welche den Mann, der in Ihren Beſitz gelangt, beglücken werden.
Man ſchwieg, weil Jeder glaubte, ich ſpreche von mir. Ich dachte nicht daran. Hätte ich gewußt; wie ich es an⸗ fangen ſollte, ſo würde ich ihr wohl fünfhundert Louisd'ors angeboten haben; aber die Schwierigkeit hätte darin be⸗ ſtanden, die Bedingungen des Contrakts feſtzuſtellen, denn ich hätte das Geld nicht für eine Kleinigkeit hingeben mögen.
Wir gingen in mein Schlafzimmer, und während Fräulein Roman die ſchönen Kleinodien auf meiner Toilette betrachtete, beſichtigten ihre Tante und Valenglard die Bro⸗ ſchüren, welche auf meinem Nachtiſche lagen. Ich ſehe Ma⸗ dame Morin ſich dem Fenſter nähern und einen Gegen⸗ ſtand, welchen ſie in der Hand hielt, aufmerkſam betrach⸗ ten. Ich erinnere mich, daß ich das Portrait meiner Nonne dort habe liegen laſſen. Ich eile zu ihr und bitte ſie, mir das unanſtändige Portrait zu geben, welches ich unvor⸗ ſichtiger Weiſe dort habe liegen laſſen. Die Unanſtändig⸗ keit, ſagte ſie, hat nichts auf ſich, aber aufgefallen iſt mir die außerordentliche Aehnlichkeit.
Ich begriff Alles und ſchauderte über meine unfrei⸗ willige Indiseretion. Madame, ſagte ich, dies iſt das Portrait einer Venetianerin, welche ich ſehr geliebt habe.
Ich glaube es wohl, aber es iſt ſonderbar. Dieſe beiden M., dieſe Inſignien der Religion, welche der Liebe geopfert werden, vermehren mein Erſtaunen noch.
Sie iſt Nonne und heißt M. M.
Und eine Nichte nach der Mode der Bretagne, welche ich in Chambéry habe, heißt ebenfalls M. M., und iſt Nonne deſſelben Ordens, wie die Ihrige. Ja noch mehr, ſie iſt in Air geweſen, von wo ſie herkommen, um eine Kur durchzumachen.
Und das Portrait gleicht ihr?
Wie zwei Waſſertropfen.


