Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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wohl, was ſie wollte. Das wollte meiner Anſicht nach ſagen, daß ich nur dann hoffen dürfe, wenn ich ihr ihr Horoscop ſtelle. Feſt entſchloſſen, dieſes Mittel zu be⸗ nutzen, ſagte ich zu ihr, ich würde ſehen, ob ich ihr am folgenden Tage bei mir und des Nachts während des Tanzes dieſen Gefallen thun könne. Sie blickte ihre Tante an, und mein Vorſchlag wurde angenommen.

Man kündigte denRuſſen an. Ich ſehe einen Mann von meinem Alter eintreten, der gut gewachſen, etwas hager und im Reiſeanzuge iſt. Er redet Madame Morin auf eine ungezwungene und edle Weiſe an; er wird gut empfangen, ſpricht gut, ſieht mich kaum an und ſagt zur Nichte kein Wort.

Gegen Abend kömmt Herr Morin; der Ruſſe giebt demſelben eine kleine, mit einer weißlichen Flüſſigkeit ge⸗ füllte Phiole, und macht dann Miene ſich zu entfernen; aber man hält ihn zum Abendeſſen zurück.

Bei Tiſche ſprach man von ſeinem wunderbaren Waſ⸗ ſer. Herr Morin ſagte, in drei Minuten habe derſelbe einen jungen Mann, der von einer Billardkugel getroffen und umgeworfen worden, die Quetſchung vertrieben. Der Ruſſe habe denſelben nur mit ſeinem Waſſer eingerieben. Dieſer ſagte, dies wäre nur eine Kleinigkeit, und ſprach mit Valenglard viel über Chemie. Ich konnte an ihrer Unterhaltung nicht Theil nehmen, da ich nur mit der ſchö⸗ nen Roman beſchäftigt war, und die Hoffnung auf den fol⸗ genden Tag keinen andern Gedanken bei mir aufkommen

ließ. Als ich Valenglard nach Hauſe begleitete, ſagte er

mir, Niemand kenne dieſen Ruſſen, nichts deſtoweniger werde er in allen Häuſern gut aufgenommen.

Hat er eine Equipage?

Er hat nichts, weder Bedienten noch Geld.

Wie iſt er gekommen?

Er iſt vom Himmel gefallen.

Schöner Urſprung! Iſt er ſchon lange hier?

Seit etwa vierzehn Tagen. Er macht Beſuche, fordert aber von Niemand etwas.

Aber wie lebt er?