Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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2 5 den Küchentiſch, wo er ſich ſeines Uebermaßes entlud. Man brachte ihn zu Bett.

Dieſer Vorfall ſchien mir ſehr geeignet zum Lachen, und ich würde es auch gethan haben, wenn nicht die Gruppe der drei Grazien erſchienen wäre. Der Liebesgott lacht nur unter vier Augen, weshalb das Alterthum den drei Grazien, die unzertrennlich waren, nie eine Intrigue beigelegt hat. Da ich noch nicht Gelegenheit gefunden, meinen drei jungen Aufwärterinnen einer nach der andern beizukommen, durfte ich mich nicht der Gefahr eines allge⸗ meinen Angriffs ausſetzen, der mir die Hoffnung, eine nach der andern zu erobern, hätte rauben können. Ich ſah, daß Roſa ganz offen auf ihre Couſine eiferſüchtig war,

denn ſie belauerte unſere Blicke. Das war mir nicht un⸗

angenehm, denn die Eiferſucht erzeugt den Aerger, und der Aerger führt weit. Als ich zu Bett gegangen war, ent⸗ ließ ich ſie, und wünſchte ihnen beſcheiden eine gute Nacht.

Am folgenden Morgen kam Roſa allein, forderte eine Tafel Chocolade uud ſagte, Le Due ſei allen Ernſtes krank. Sie brachte mir meine Caſſette, und indem ich ihr die Tafel überreichte, ergriff ich ihre Hand und ließ ſie fühlen, daß

ich ſie liebte. Da ſie ſich für beleidigt hielt, ſo zog ſie ihre

Hand ſchnell zurück und entſernte ſich. Eine Minute darauf kam Mariechen unter dem Vorwande, mir eine Spitzen⸗ manchette zu zeigen, welche ich am vorigen Abend zerriſſen, und fragte mich, ob ſie dieſelbe ausbeſſern ſolle. Ich faßte ihre Hand, um dieſelbe zu küſſen, aber ſie ließ mir keine Zeit dazu, ſondern reichte mir ihre von Begierde glühenden Lippen. Ich faßte ihre Hand wieder, und ſchon war die⸗ ſelbe in Thätigkeit, als die Couſine wiederkam. Mariechen, welche die Manſchette in die Hand hielt, that ſo, als ob ſie auf meine Antwort warte. Ich ſagte zu ihr mit zer⸗ ſtreuter Miene, ſie werde mir einen Gefallen thun, wenn ſie dieſelbe ansbeſſern wolle, ſobald ſie Zeit habe, und ſie entfernte ſich.

Durch dieſes doppelte Mißlingen auf's Aeußerſte ge⸗ trieben, tröſtete ich mich mit der Hoffnung, daß die Couſine mich nicht abfallen laſſen würde; denn durch ihren erſten