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Hier ſind neun Louisd'ors, geben Sie mir ſechs Francs heraus.
Sie ſagten aber, Sie würden handeln.
Warum haben Sie mir geglaubt?
Sie erröthete und gab mir die zehn Franes zurück. Nachdem Roſa und Mariechen mich raſirt und friſirt, nah⸗ men ſie meinen Kuß mit der beſten Manier hin, und als ich der Couſine ebenfalls einen anbot, küßte ſie mich auf den Mund auf eine Weiſe, welche zeigte, daß ſie bei der erſten Gelegenheit mein ſein würde.—
Mein Herr, ſagte Roſa, werden wir das Vergnügen haben, Ihnen bei Tiſche aufzuwarten?
Ich bitte Sie darum.
Wir möchten aber wohl wiſſen, wen Sie zu Gaſt ge⸗ laden haben; denn wenn es Offiziere der Garniſon ſind, ſo könnten wir nicht kommen, weil dieſelben zu ausgelaſ⸗ ſen ſind.
Meine Gäſte ſind, Madame Morin, ihr Mann und ſeine Nichte.
Dann um ſo beſſer.
Die Couſine ſagte: Fräulein Ronnie iſt das tugend⸗ hafteſte und ſchönſte Mädchen von Grenoble; aber ſie wird ſchwer an den Mann zu bringen ſein.
Sie kann einen reichen Mann finden, der ihre Tugend und Schönheit auf eine Million veranſchlagen wird.
Solche Männer ſind nicht häufig.
Nachdem Mariechen mit der Couſine hinausgegangen war, ſah ich mich allein mit Roſa, welche zurückgeblieben war, um mich anzukleiden. Ich griff ſie an, da ſie ſich aber mit zu großer Entſchloſſenheit vertheidigte, ſo ließ ich ſte los und verſprach ihr, daß ſo etwas nicht wieder vor⸗ kommen ſolle. Als meine Toilette zu Ende war, ſchenkte ich ihr einen Louisd'or und entließ ſie mit Dank.
Als ich allein war, ſchloß ich mich ein und begann das Horoscop auszuarbeiten, welches ich Madame Morin verſprochen. Es wurde mir leicht, acht Seiten mit gelehr⸗ ter Charlatanerie zu füllen, und ließ ich es mir beſonders an⸗ gelegen ſein, anzuführen, was dem jungen Mädchen bis zu


