Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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Dieſe junge und ſchöne Perſon war damals ſiebenzehn Jahr alt. Ihre Atlashaut war von blendender Weiße und dieſe wurde noch durch einen herrlichen ſchwarzen Haar⸗ wuchs gehoben. Ihre Geſichtszüge waren von vollkomme⸗

ner Regelmäßigkeit; ihr Teint war leicht gefärbt, ihre ſchön⸗

geſpaltenen ſchwarzen Augen vereinigten den lebhafteſten Glanz mit dem Ausdrucke der höchſten Sanftmuth; ihre Augenbrauen waren ſchön gewölbt, ihr Mund klein, die Zähne regelmaͤßig und wohlgeordnet hatten eine Art perl⸗ artigen Schmelz, und die Lippen waren vom feinſten Roſen⸗ roth und auf denſelben ſchwebte das Lächeln der Anmuth und Schaam.

Da nach einer Unterhaltung von einigen Minuten Herr Morin genöthigt war, ſich in Geſchäften zu entfernen, ſo ſchlug er mir eine Quadrille vor, und als ich einen Louis⸗ d'or verlor, bedauerte man mich meines außerordentlichen Unglücks wegen. Ich fand, daß Fräulein Roman einen be⸗ ſonnenen und verſtändigen Charakter hatte, daß ſie wahr, angenehm, ohne glänzen zu wollen, und was mehr als dies Alles beſagte, ohne alle Anmaaßung war. Sie war heiter, von immer gleicher Laune, und hatte die Feinheit, ſo zu thun, als ob ſie ein ſehr ſchmeichelhaftes Compliment oder einen Witz, welchen ſie, ohne ſich unterrichteter, als ſie ſein durfte, zu zeigen, nicht aufnehmen durfte, nicht verſtehe. Sie war ſehr reinlich gekleidet, hatte aber nichts an ſich, was auf Ueberfluß oder Wohlhabenheit hindeutete, keine Ohrringe, Ringe oder Uhr. Man konnte genau genommen von ihr ſagen, daß ſie nur mit ihrer Schönheit geſchmückt ſei, und keinen andern Zierrath habe als ein ſchwarzes Hals⸗

band, an welchem ein kleines goldnes Kreuz hing. S er⸗

Buſen war ſchön geformt und überſchritt das richtige

hältniß nicht. Mode und Erziehung hatten ſie gewöhnt, dieſen mit derſelben Unbefangenheit zu zeigen, wie ſie ihre weiße und fleiſchige Hand, oder ihre Wange, auf denen das Roth der Roſe ſich mit dem Weiß der Lilie vermiſchte, zeigte. Als ich ihre Haltung beobachtete, um zu ſehn, ob ich Hoffnung hegen dürfe, bemühte ich mich vergeblich und konnte zu keinem Schluſſe gelangen. Sie machte keine Be⸗