Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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ſehn, Madame d'Urfé berichten würde, welche eine wahre Wuth hatte, mir Sparſamkeit zu predigen.

Ich hatte meinen Gaſt bis zum Wagen geleitet, und ich war angenehm überraſcht, als ich bei der Rückkehr in mein Zimmer die beiden reizenden Töchter des Hauswarts fand.

Le Due hatte, um ſich meinem Dienſte zu entziehn, nicht abgewartet, daß ich ihn aufgefordert, einen Vorwand zu ſuchen. Er kannte meine Neigungen, er wußte, daß ich ihn nicht gern in meiner Nähe hatte, wenn in meiner Woh⸗ nung hübſche Mädchen waren.

Die unbefangene Miene, mit welcher die beiden jungen Mädchen ſich beeilten, mich zu bedienen, ohne daß ſie das geringſte Mißtrauen gezeigt, oder die mindeſte Luſt, mir hübſch zu erſcheinen, verrathen hätten, reizte mich, ihnen die Ueberzeugung beizubringen, daß ich ihr Vertrauen verdiene. Sie entkleideten mich, friſtirten mich und zogen mir in allen Ehren mein Nachthemde an. Als ich im Bette lag, wünſchte ich ihnen eine gute Nacht, nachdem ich ihnen geſagt, ſie möchten mich einſchließen und mir um acht Uhr die Cho⸗ colade bringen.

Wenn ich meinen gegenwärtigen Zuſtand bedachte, ſo konnte ich nicht anders als mich vollkommen glücklich füh⸗ len. Ich erfreute mich einer vollkommenen Geſundheit; ich war in der Blüthe des Alters, ohne jede Verpflichtung und vollkommen unabhängig, reich an Erfahrung, im Beſitze vielen Geldes, glücklich im Spiele, wohlaufgenommen bei den Frauen, welche mich reizten; ich konnte alſo wohl mit Recht zu mir ſagen: Saute, marquis! Der Erinnerung an die Leiden und Verlegenheiten, in denen ich vorübergehend geweſen, waren ſo viele Tage des Genuſſes und des Glücks gefolgt, daß ich mir nur Glück zu meinem Geſchicke wün⸗ ſchen konnte. Mit ſo angenehmen Gedanken ſchlief ich ein und träumte die ganze Nacht nur von meinem Glücke und der ſchönen Brünette, welche mir im Concerte aufgefal⸗ len war.

Ich erwachte mit dem Gedanken an Sie, und da ich die Sicherheit hatte, ihre Bekanntſchaft zu machen, ſo war