Das iſt die Schuld Ihres Bedienten, mein Herr. Wie?
Nachdem er ſich ein gutes Mittagseſſen hat geben laſſen iſt er zu Bett gegangen, angeblich, weil er krank ſei. Ich habe nichts über Ihre Gewohnheiten von ihm er⸗ fahren können.
Gut, ſo ſollen Sie dieſelben von mir erfahren. Err hat meine Frau gebeten, morgen für Sie die Cho⸗ colade, welche er ihr gegeben, zu kochen. Ich werde es ſelbſt thun.
Als er ſich entfernt hatte, ſagte Herr von Valenglard mit zugleich erſtaunter und zufriedener Miene, Frau von Urfé habe ihn wahrſcheinlich zum Beſten haben wollen, in⸗ dem ſie ihn gebeten, mir zu ſparſamer Einrichtung behülflich u ſein.
1 Sie hat es aus Herzensgüte gethan, für welche man ihr Dank wiſſen muß. Sie iſt eine ausgezeichnete Frau.
Bis gegen eilf Uhr blieben wir bei Tiſche, unterhielten uns dabei von tauſend angenehmen Sachen und befeuerten unſere Geſpräche durch den göttlichen Liqueur von Grenoble, von welchem wir eine Flaſche leerten. Dieſer vorzügliche Liqueur beſteht aus Kirſchenſaft, Branntwein und Zimmt,
und es iſt nicht möglich, daß der Nektar der Götter ihn an Feinheit übertroffen habe.
Ich ließ den Herrn Baron, nachdem ich ihm gedankt und ihn gebeten, während meines Aufenthalts in Grenoble Morgens und Abends mein Tiſchgefährte zu ſein, was er mir mit Ausnahme der Tage, wo er auf Wache ſein würde, verſprach, in meinem Wagen nach Hauſe bringen. Beim Abendeſſen gab ich ihm meinen Wechſel auf Zappata, wel⸗ chen ich mit dem Namen Seingalt, unter welchem Madame d'Urfé mich angekündigt, endoſſirte. Er ließ ihn mir am folgenden Tage discontiren. Ein Bankier brachte mir vier⸗ hundert Louisd'ors, und ich hatte in meiner Caſſette drei⸗ zehnhundert. Vor dem Sparen hatte ich immer Furcht gehabt, und ich empfand ein großes Vergnügen, wenn ich
daran dachte, daß Herr von Valenglard Alles was er ge⸗
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