Pflicht gebot Ihnen nicht, mich aus Ihrem Zimmer zu treiben.
Ich war des Schlafes bedürftig.
Ich befinde mich in demſelben Falle, aber die Höflich⸗ keit hindert mich, Ihr Beiſpiel nachzuahmen.
Darf ich fragen, ob Sie jemals gedient haben?
Ich habe zu Lande und zu Waſſer gedient, und habe in einem Alter, wo Viele erſt anfangen, den Dienſt quittirt.
In dieſem Falle müſſen Sie wiſſen, daß Nachts die Thore einer Feſtung nur königlichen Courieren und höhern Militairbefehlshabern geöffnet werden.
Ich gebe das zu; als aber das Thor geöffnet war, war die Sache geſchehn, und wenn die Sache einmal ge⸗ ſchehn iſt, kann man höflich ſein.
Sind Sie der Mann, ſich anzukleiden und mit mir einen Spatziergang zu machen.
Sein Vorſchlag geſiel mir eben ſo ſehr wie die Idee, die ich von ſeinem verdroſſenen Weſen hatte, mich reizte. Ein kleines Zuſammentreffen mit Säbeln im Vorbeigehn hat für mich großen Reiz; ſein Vorſchlag hob alle Schwie⸗ rigkeiten und riß mich aus der Verlegenheit. Ich antwor⸗ tete ruhig und ehrfurchtsvoll, der Gedanke, mit ihm einen Spatziergang zu machen, ſei im Stande, mich jedes Geſchäft verſchieben zu laſſen. Ich bat ihn höflichſt ſich zu ſetzen, während ich mich ſchnell ankleiden würde.
Ich ziehe die Beinkleider an und werfe dabei die pracht⸗ vollen Piſtolen, welche in den Taſchen waren, auf das Bett; ich laſſe den Friſeur heraufkommen, und in zehn Minuten iſt meine Toilette beendet. Ich gürte meinen Degen um und wir gehn.
Ziemlich ſchweigſam durchwandern wir zwei oder drei Straßen, kommen durch einen Thorweg, treten in einen Hof, welchen ich für einen Durchgang hielt, und gelangen an eine Thür, wo mein Führer ſtill ſteht. Er fordert mich auf einzutreten und ich gelange in einen Saal, in welchem eine zahlreiche Geſellſchaft verſammelt iſt. Ich kam gar nicht


