Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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Der Poſtillon hat gelogen, denn ich habe zu ihm nur geſagt, ich würde mir Einlaß verſchaffen.

Warum haben Sie mir Ihren Paß nicht gezeigt?

Warum haben Sie mir nicht Zeit dazu gelaſſen? In drei oder vier Tagen werden wir übrigens ſehen, wer von uns beiden Recht behalten wird.

Thun Sie, was Ihnen beliebt.

Ich gehe mit dem Offizier hinaus, der mich nach der Poſt führt und einen Augenblick darauf ſehe ich meinen Wagen kommen. Die Poſt war zugleich ein Gaſthof und mich an den Beſitzer wendend, ſage ich demſelben, er möge einen Boten für mich bereit halten, mir ein gutes Zimmer und Bett geben und mir ein kaltes Mahl in Erwartung des Mittagseſſens beſorgen; zugleich ſagte ich ihm, daß ich gewohnt wäre, gut zu leben. Ich laſſe meinen Koffer und Alles, was in meiner Chaiſe war, heraufkommen, und nach⸗ dem ich mich entkleidet und gewaſchen, rüſte ich mich zu ſchreiben, obwohl ich nicht wußte an wen, denn im Grunde hatte ich Unrecht; aber ich hatte mich nun einmal verpflich⸗ tet, eine wichtige Perſon zu ſpielen, und wie es mir ſchien, erforderte es meine Ehre, daß ich die Rolle durchführte, wenn ich auch nicht wußte, ob ich nicht würde klein bei⸗ geben müſſen. Es that mir indeß leid, daß ich mich ver⸗ pflichtet, bis zur Rückkehr des Couriers, welchen ich an den Mond ſchicken wollte, in Aire zu bleiben. Da ich indeß die ganze Nacht kein Auge geſchloſſen, ſo hatte ich die Ausſicht zu ſchlafen und auszuruhn. Ich war im Hemde und trank die Bouillon, welche man mir gebracht, als ich den Commandanten allein kommen ſah. Seine Erſcheinung überraſchte mich und war mir angenehm.

Das Vorgefallene thut mir leid, mein Herr, und be⸗ ſonders, daß Sie glauben Grund zur Klage zu haben, wäh⸗ rend ich nur meine Pflicht gethan habe; denn wie konnte ich annehmen, daß Ihr Poſtillon Ihnen ohne Ihren Befehl einen Titel beilegen würde?

Das iſt ganz richtig, Herr Commandant, aber Ihre