Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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Nichte und dem künftigen Neffen in ihr Kabinet, und das Fräulein trat nach einer Stunde wieder heraus und forderte uns auf, ihr Glück zu wünſchen, weil ſie in acht Tagen verheirathet ſein und nach der Hochzeit ihren Mann nach Dünkirchen begleiten würde. Für morgen, fügte ſie hinzu, ſind wir Alle bei Herrn Corne⸗ mann eingeladen, wo der Contrakt unterzeichnet wer⸗ den ſoll.

Ich weiß nicht, wie es kam, daß ich nicht auf der Stelle todt niederſank. Ich kann nicht beſchreiben, was ich litt.

Bald machte man den Vorſchlag, in die Comédie- Française zu gehen; aber unter dem Vorwande von Ge⸗ ſchäften ſchloß ich mich aus und kehrte nach Paris zurück. Als ich nach Hauſe kam, glaubte ich das Fieber zu haben und legte mich zu Bett; aber anſtatt die Ruhe, deren ich bedurfte, zu finden, ließen mich die Qualen des Gewiſſens und die Reue die Strafe der Verdammten ausſtehn. Ich verfiel auf den Gedanken, daß ich dieſe Ehe verhindern oder ſterben muͤſſe. Da ich überzeugt war, daß mich Fräulein von la Meure liebe, ſo glaubte ich, ſie würde keinen Wi⸗ derſtand leiſten, wenn ich ſie wiſſen ließe, daß ihre Weige⸗ rung mir das Leben koſte. Voll von dieſem Gedanken ſtand ich auf und ſchrieb den kräftigſten Brief, den wohl eine ſtarke und empörte Leidenſchaft eingegeben hat. Da mein Schmerz hierdurch erleichtert wurde, ſo legte ich mich wie⸗ der zu Bett und ſchlief bis zum Morgen. Als ich erwacht war, ließ ich einen Commiſſionair kommen und verſprach ihm zwölf Francs, wenn er meinen Brief abgäbe und mir die Beſcheinigung deſſen in anderthalb Stunden brächte. Mein Brief war in ein an Tiretta gerichtetes Billet eingelegt, in welchem ich dieſem anzeigte, daß ich nicht eher ausgehn würde, als bis ich eine Antwort erhalten. Ich bekam ſie eine Stunde ſpäter und ſie lautete folgendermaßen:

Es iſt nicht mehr Zeit, theurer Freund; Sie haben mein Schickſal entſchieden und ich kann nicht mehr zurück⸗ treten. Gehen Sie aus. Kommen Sie zu Tiſche bei Herrn Cornemann und ſeien Sie überzeugt, daß wir in einigen